Katja Riemann im Altersheim

"Die Diebin & Der General"

"Jessie Fischer ist eine alleinerziehende Mutter, die sich mehr schlecht als recht durchwurschtelt. Dank ihrer großen Klappe und einem eigenwilligen Gerechtigkeitssinn bleibt sie nie lange in einem Job. Als sie wieder einmal gefeuert wird, weil sie ein Glas Krabben für ihren Sohn Toby mitgehen ließ, demoliert sie dem Filialleiter das Auto – und wird zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Doch Jessie ist ein Stehaufmännchen: Sie nimmt einen Halbtagsjob in einem Coffeeshop an und arbeitet die andere Hälfte des Tages ihre Strafe als Aushilfsbetreuerin in einem Seniorenheim ab.

Obwohl die Doppelbelastung ihr zu schaffen macht, kann sie die Augen nicht davor verschließen, dass die einsamen Alten im Heim Liebe und Zuwendung brauchen. Besonders Walter Voss alias "Der General", ein renitenter, verbitterter Griesgram, erweckt Jessies Interesse. Die beiden Sturköpfe ähneln sich, weswegen es zwischen ihnen erst einmal kracht. Doch allmählich findet Jessie heraus, dass hinter der Fassade des verwirrten Sonderlings ein bewegendes Schicksal steckt (...) Regisseur Miguel Alexandre, Adolf-Grimme-Preisträger für "Grüße aus Kaschmir", inszenierte nach einem Buch von Martin Rauhaus." (Das Erste)

Ein Klezmer-Tanzabend und die Frage der Demenz

Im Kölner Arkadas-Theater - der Bühne der Kulturen - fand ein Klezmer Tanzabend statt mit Livemusik. "Jiddische Volkstänze zeichnen sich durch Gemeinschaft, „simkhe–feel“ und den Spaß an Paar-, Kreis- und Kettentänzen zu grooviger und wunderschöner jiddischer Instrumentalmusik aus. Allen Tanzwilligen verspricht Kölns Klezmer-Band A Tickle In The Heart einen beschwingten, lustigen und bewegungsreichen Abend. Tanzmeister Andreas Schmitges ist derzeit wohl Europas gefragtester Dozent für jiddische Tänze."

Ich habe bei einer Tanzstunde selten so viele erhitzte und verschwitzte Gesichter gesehen, die über Vermögen oder Unvermögen so strahlten. Hier geht es nicht um Perfektion. Vielmehr reißt einen die Musik in die Gemeinschaft, die das Individuum gleichermaßen aufnimmt, wie sie es braucht, um bestehen zu können. Auch eine Formation ist auf das einzelne Individuum angewiesen.

Nach Vera Sanders letzter Choreografie 'Come to move' dachte ich gleich an eine kleine Choreografie für Hochaltrige und Demenzkranke in Rollstühlen und mit Rollatoren, die sich nach solcher Musik bewegen oder bewegt werden. Vielleicht etwas langsamer. Aber mit genauso viel Spaß.

Der alte König im Exil - Der Schriftsteller Arno Geiger über seinen demenzkranken Vater

Wenn der Schriftsteller Arno Geiger über seinen Vater und dessen Alzheimer-Erkrankung schreibt, schreibt er über Heimat und das Gegenteil davon: Heimatlosigkeit. Diese Heimatlosigkeit beruht auf der Erfahrung und dem Gefühl, sich in der Welt nicht mehr zurecht zu finden - auch dann nicht, wenn man sich eigentlich zu Hause befindet. Ein Zuhause, das sich als Ort auch auf den eigenen Körper bezieht, in dem man sich nicht mehr geborgen fühlen kann. Geiger sieht - nicht ganz zu Unrecht - in der Krankheit die Chance eines antikapitalistischen Gegenentwurfs. Zuhause, das ist der Wunsch nach einer nichtrentablen Welt: "der Gläubige nennt (diesen Ort) Himmelreich."

 

Menschen mit Demenz malen - Wie geht das?

Ute Schmidt-Hackenberg ist die Pionierin dieser zielgruppen-orientierten Maltechnik. Sie hat in ihrem Berufsleben viele praktische Erfahrungen gesammelt und kann in ihren Workshops eine Menge guter Tipps weitergeben. Die Ergebnisse dieser Malmethode sind wirklich beeindruckend und ermutigend.
Inzwischen habe ich selbst viele Malgruppen für Menschen mit Demenz durchgeführt. Es gibt ein paar Dinge zu beachten, um sie erfolgreich zu gestalten.  

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Demenz und Art Cologne

Zurzeit läuft die 45. Ausgabe der Internationalen Kunstmesse 'Art Cologne'. Ich habe mindestens zwanzig Art Colognes durchwandert, was nicht immer leicht war. Andererseits gab es unter den Tausenden von Bildern und Objekten ziemlich zuverlässig auch welche, die lohnenswert waren. Eyecatcher. Herausragende ästhetische Erfahrungen. Überraschende Welt-Erweiterungen. Am Sonntag werde ich wieder da sein und freue mich darauf.

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Teilnahme am Workshop Museumsführungen für Demenzkranke in der Bundeskunsthalle

Jochen Schmauck von dementia+art hatte die Möglichkeit, an einem Erfahrungsaustausch über Museumsführungen für demenziell veränderte Menschen teilzunehmen. Der Workshop fand in der Bundeskunsthalle in Bonn statt, wo zurzeit auch eine große Max Liebermann-Ausstellung gezeigt wird. Geleitet wurde er von Sibylle Kastner und Friedericke Winkler, Museumspädagoginnen am rennomierten Duisburger Lehmbruck-Museum. Sie gelten als die Pionierinnen für solche Führungen in deutschen Museen und berichteten sehr offen und informativ über ihre Erfahrungen.

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Voraussetzungen für eine kulturelle Teilhabe von Demenzkranken - und ein paar Schwierigkeiten

Am sogenannten Kultursonntag wurde in Köln erstmals auch ein Atelierbesuch für demenziell Erkrankte angeboten. Unter dem Titel Lebensfäden öffnete die Künstlerin Carola Willbrand ihre Kunstwerkstatt in Riehl (auf dem Gelände des SBK - vormals 'Riehler Heimstätten').

Jochen Schmauck und Michael Becker von dementia+art hatten zuvor zusammen mit der Künstlerin für günstige Rahmenbedingungen gesorgt und ein kleines 'Programm' vorbereitet, das die vorhandenen Ressourcen der Besucher berücksichtigen und ein lebendiges sinnliches Erleben bieten sollte. Dabei ist eine wertschätzende Kommunikation eine Grundvoraussetzung.

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1. Kulturgeragogische Woche

An Rhein und Wied fand vom 16.10.11 - 23.10.11 die erste Kulturgeragogische Woche statt. Geboten wurden Konzerte, Musik, Theater, Bewegung u.v.m.

Einzige Bedingung: Mann oder Frau mussten Ü70 sein.

Eine Woche lang konnten sich die BesucherInnen mit Kunst und Kultur beschäftigen, dabei Neues ausprobieren und entdecken. Ein kostenloser Fahrdienst gehörte ebenso dazu wie die Möglichkeit zu einem Mittagessen.

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