Newsletter 5_2017

Sehr geehrte Damen und Herrren,

wir haben in den letzten Wochen die zahlreichen Kulturtermine, die Sie bisher im Newsletter gefunden haben, für die Webseite von dementia+art überarbeitet. Es gibt auch mehr Kulturbereiche. Diese sind verlinkt und damit leicht ansteuerbar. Auch die inhaltlichen Kategorien des Newsletters sind jetzt direkt anzuklicken. Der Newsletter soll dadurch übersichtlicher und serviceorientierter werden. Ich hoffe, das ist uns gelungen.

Herzlich grüßt Sie aus Köln

Jochen Schmauck-Langer, dementia+art

Zum aktuellen Newsletter 5_17:  H i e r

Newsletter 4_2017 Spargelzeit

"Der ist nicht richtig hart!" Ein alter, weißhaariger Mann beschreibt in einer Führung für Menschen mit Demenz im Wallraf-Richartz Museum ein Gemälde von Edouard Manet. Seine Meinung unterstreicht er mit einer Geste, führt dabei Daumen und Zeigefinger der rechten Hand bis auf etwa zwei Zentimeter zusammen: "Der ist irgendwie - weich!" 

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Newsletter 3_2017

Ungekünstelt

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einiger Zeit durfte ich in der Schweiz die bekannte, ja fast schon legendäre Sonnweid Stiftung besuchen, eine Pflegeeinrichtung der besonderen Art für Menschen mit Demenz. Michael Schmieder, langjähriger Leiter der Einrichtung, wies damals auf das ambitionierte Kunstprojekt hin, das nun seit einiger Zeit unter dem Namen Ungekünstelt zu sehen ist: und zwar in der Form von schön gestalteten Online-Ausstellungen.

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"Das bin ja ich!" - Bericht Museumsführungen in Linz an der Donau

Menschen mit Demenz im österreichischen Lentos Museum
Ein Erfahrungsbericht von Bettina Lipp, MA (Gerontologie), die als Betreuungskoordinatorin im Seniorenzentrum Franckviertel, Linz arbeitet. Bettina Lipp beschreibt und reflektiert das überaus große emotionale Erleben der Beteiligten bei drei Führungen im Kunstmuseum Lentos und verschweigt nicht die institutionellen und logistischen Barrieren und Hemmnisse, die nicht alle überwunden werden konnten.


 

1 Rahmenbedingungen

Fachliche Grundlagen

Die fachliche Grundlage für die Durchführung der Museumsbesuche wurde für Mag. Claudia Gasser und mich durch eine dreitägige Ausbildung beim Kulturgeragogen Jochen Schmauck-Langer von dementia+art gelegt. Insbesondere die tiefe und detaillierte Verankerung der Wertigkeit der kulturellen Teilhabe für Menschen mit Demenz als gesellschaftlicher Auftrag im Sinne der Menschenrechte hat unser Bewusstsein und Verantwortungsgefühl für die Museumsbesuche geprägt. Nach dem Kurs fühlten wir uns nicht nur ideell geschult und gestärkt, sondern auch in allen Detailfragen der Kommunikation und Organisation von der Vorbereitung bis zur Durchführung kompetent vorbereitet für die für uns neue Aufgabe. Besonders hilfreich war auch der Praxistag im Museum während der Ausbildung.


C Fotos: Bettina Lipp

Seniorenzentrum

Der Heimleiter des Seniorenzentrums sowie die Leiterin des Betreuungs- und Pflegedienstes standen von Anfang an der Idee,  das Betreuungsangebot des Hauses  durch Museumsbesuche zu erweitern, positiv gegenüber. Die Ausbildung wurde durch Finanzierung und Dienstfreistellung unterstützt. Danach wurde uns im Hinblick auf die Organisation und Durchführung der Unternehmung größtes Vertrauen entgegengebracht. Das Haus hat Interesse an einer Fortführung der Aktivität.

Schnittstelle mit der Pflege

Die Museumsbesuche mit Menschen mit Demenz beinhalten eine Schnittstelle mit der Pflege, die an dieser Stelle etwas genauer beleuchtet werden soll, da ein für alle Beteiligten –  BewohnerInnen, Begleiterinnen und Pflegekräfte - reibungsloser Ablauf einer guten Zusammenarbeit bedarf.  Aus rechtlichen Gründen muss eine Pflegefachkraft den Museumsbesuch begleiten, sobald Personen mit besonderen gesundheitlichen Einschränkungen, die zu Zwischenfällen führen können oder Personen im Rollstuhl mitkommen. Dies muss zeitig im Vorhinein im Dienstplan berücksichtigt werden. BewohnerInnen müssen weiters am Tag des Ausflugs von Pflegekräften zu einer bestimmten Zeit erinnert bzw. oft von Neuem motiviert, entsprechend gekleidet und zum Abfahrtsort gebracht werden. Folglich ist eine langfristige Planung wichtig.

Da der 'Zugang' zum Bewusstsein für kulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz nur zwei MitarbeiterInnen, nämlich meiner Kollegin und mir ermöglicht wurde, die große Zahl an weiteren MitarbeiterInnen inklusive der Leitung des Hauses jedoch nur marginal über die Verankerung der kulturellen Teilhabe im gerontologischen und gesellschaftlichen Kontext informiert sind, ist gerade diese Einbeziehung der Pflege nach Meinung der Autorin von großer Bedeutung. Der Sinn und Nutzen eines Museumsbesuchs mit Menschen mit Demenz ist am besten durch eigene Teilnahme und Teilhabe erfahrbar.

"Elitäre Angelegenheit"

Es stellt sich die Frage, ob es auch andere Wege gibt, das hoffentlich zur Dauereinrichtung werdende Projekt professionell in das gesamte Profil des Hauses einzubetten. Andernfalls besteht eventuell die Gefahr, dass  der Museumsbesuch von manchen als „elitäre Angelegenheit“ betrachtet wird, zumal die personellen Rahmenbedingungen eines städtischen Seniorenzentrums grundsätzlich bei einer Aktivität, die – wie es auch der Fall war – für fünf teilnehmende BewohnerInnen dreier haumptamtlicher MitarbeiterInnen bedarf, die Kosten/Nutzenfrage aufkommen lassen können.
Je nach Konstitution der Teilnehmenden haben sich allerdings eine kleinere Gruppe und eine 1:1 Betreuung für uns Durchführende als ideal erwiesen. Neben Mag. Claudia Gasser, einer Pflegekraft und mir haben Mitglieder des Freiwilligenteams den Ausflug unterstützt.
Die Mobilisierung von freiwilligen MitarbeiterInnen, die den Museumsbesuch begleiten, obliegt mir als Betreuungs- und Freiwilligenkoordinatorin. Es war nicht ganz einfach, für jeden Besuch eine ausreichende Zahl an Begleitpersonen zu organisieren, zumal es sich um eine vormittägliche Aktivität handelte.

Einen weiteren Diskussionspunkt stellt die Finanzierung des Transports dar, der bisher vom Seniorenzentrum getragen wurde, in Zukunft jedoch eventuell von den TeilnehmerInnen des Museumsbesuchs selbst bezahlt werden muss. Das könnte eine Barriere darstellen.

Logistik und Transport

Der Transport erfolgte durch den Transportdienst des Samariterbundes, der über Wagengarnituren mit je fünf Sitzgelegenheiten verfügt. Eine Person kann im eigenen Rollstuhl transportiert werden, eine Person kann einen klappbaren Rollstuhl mitnehmen, muss jedoch in der Lage sein, selbst einzusteigen. Drei weitere mobile Personen können transportiert werden. Alle BewohnerInnen, die an den Museumsbesuchen teilgenommen haben, haben jedoch zumindest einen Rollator benötigt, sodass der Platz im Transportauto nicht reichte und wir einen Privat-PKW für den Transport von Begleitpersonen und Gehhilfen benötigten.

Auf  Grund der Parksituation war es nicht ganz einfach, die Ankunftszeiten zu synchronisieren. Eine weitere Einschränkung stellt die Vorgabe des Zeitrahmens seitens des Transportdienstes dar. Dieser ist auch für die Hol- und Bringdienste von TageszentrumsbesucherInnen in der Stadt Linz zuständig und daher an vielen Stunden des Tages nicht verfügbar. Ein Nachmittagsbesuch ist auf Grund dieses Umstands nicht möglich, daher blieb uns nur der Vormittag, der jedoch durch die späte Öffnungszeit des Museums – 10 Uhr – und das Mittagessen der BewohnerInnen – spätestens 12 Uhr – eingegrenzt ist. Auf den angestrebten Besuch des Museumscafés vor oder nach dem Museumsbesuch musste daher verzichtet werden.

Kunstmuseum Lentos

Die Leiterin der Kulturvermittlung des Kunstmuseums Lentos hat auf unkomplizierte Weise die Herstellung der geeigneten Rahmenbedingungen für die Zielgruppe veranlasst. Dazu zählten die kooperative Reservierung der Besuchszeit in Abstimmung mit etwaigen weiteren, gleichzeitigen Museumsaktivitäten, so dass wir größtmögliche Ruhe hatten, weiters die Bereitstellung von Sitzgelegenheiten und die formlose Aushändigung der Eintrittskarten, die von Pro Senectute finanziert werden. Wie schon im Haupttext angemerkt wurde, ist der Fahrstuhl für Gruppen von Menschen im Rollstuhl sehr klein. Die Öffnung des Museums um 10 Uhr ist für einen Vormittagsbesuch mit BewohnerInnen eines Seniorenzentrums weiters nicht ideal. Etwas früher wäre besser.

Infos zum Lentos Museum:  H I E R


2 Der Museumsbesuch: Kein Richtig und kein Falsch

Ich hole die Eintrittstickets und teile sie aus. Nach der etwas strapaziösen Anfahrt im Transportwagen des Samariterbundes stehen bzw. sitzen wir gesammelt im Foyer und lassen den großzügig dimensionierten Raum auf uns wirken. Kunstgenuss war den meisten fremd gewesen und hatte in deren früherem Leben keinen oder nur geringen Stellenwert. Für fast alle BewohnerInnen ist es der erste Besuch des Lentos und es ist ihnen eine leichte, aber freudige Anspannung anzumerken.

Ungewohnter Kunstgenuss

Der Blick durch die große Glasfront auf die Donau, auf den Stadtteil Urfahr und den Pöstlingberg löst große Überraschung aus. Für die einen bedeutet das Stadtpanorama Wiedersehensfreude nach längerer Zeit – „So schön sieht man da hinüber!“ - bei den anderen – wohlgemerkt sind Menschen mit Demenz unsere Zielgruppe – werden Erinnerungen wach: „Hier bleibe ich, hier habe ich den Blick aufs Meer...“ Interessant und spannend ist der Perspektivenwechsel für alle.  

Behutsam und gemächlich führt meine Kollegin Mag. Claudia Gasser die Museumsgäste weiter in den Raum, weist auf die großzügige Höhe und beinahe Leere im Eingangsbereich hin. „So groß, so viel Platz, was für ein wunderbarer Tanzboden“ bemerkt eine Dame. „Was es da alles zu kaufen gibt – oder ist das geschenkt?“  Dem Ankommen Zeit zu geben, bis alle für die nächste Erfahrung bereit sind, stellt sich als wichtiger Teil eines abgerundeten Erlebnisses heraus. Bevor sich uns die „heiligen Hallen“ großer Meisterinnen und Meister öffnen, ist noch ein Nadelöhr zu überwinden: der enge Aufzug bietet gerade einmal für zwei Rollstühle Platz. So dauert es eine Weile, bis wir alle oben angekommen sind.

Vorsichtig und noch unsicher

Vorsichtig und noch unsicher nähert sich die Gruppe den Werken im ersten Raum. Wir beobachten die ersten Reaktionen der Damen und Herren beim Anblick der Bilder und laden sie zur näheren Betrachtung jenes Bildes ein, das offensichtlich über die größte Anziehungskraft verfügt: die großformatige Darstellung eines jungen Mädchens. Wie vereinbart, hat das Museum Sitzgelegenheiten bereit gestellt, die wir so platzieren, dass eine optimale Sicht für alle gewährleistet ist.

Die eintretende Stille und Andächtigkeit überrascht uns. Miteinander befragen wir zuerst das Bild im Gesamten, dann die vielen Details. Ein ruhiges, teils heiteres, teils hitziges Gespräch entsteht über das Kleid des Mädchens, ihre Herkunft, ihr Alter, ihr Ansinnen so alleine im Wald, ihre Gedanken und Träume.
Wohin hat sie ihren Blick gerichtet? „Auf uns!“- „Nein, auf den Scheinwerfer da oben in der Ecke!“
Die sie umrahmenden Blumen, Früchte und Vögel lösen wahre Entdeckerfreude aus wie auch die kleinen Spitzfindigkeiten bei der Beschreibung ihres Kleides: Ist es ein edles Gewand aus Seide, das eine höhere Tochter umhüllt? Oder doch gewöhnliches Leinen an einem einfachen Mädchen vom Lande?

Einige Damen geraten darüber nahezu in Streit. Alle BewohnerInnen beteiligen sich am Gespräch. Andere Museumsgäste finden dieses offenbar so interessant, dass sie sich still dazustellen und lauschen. Je genauer wir das Bild betrachten, desto lebendiger werden unsere Dialoge. Der Raum ist von unserer Neugier erfüllt. Gerade die demenzbedingten Wort- und Gedankenkreationen tragen viel dazu bei, dass wir uns mit immer größerer Faszination auf das Bild einlassen. Ungefiltert und unzensuriert wie von keinem Fachpublikum werden höchst subjektive Wahrnehmungen und Emotionen zum Ausdruck gebracht und bereichern die Sichtweisen aller.

Keine Unruhe oder Langeweile

Erstaunlicherweise macht sich bei keinem von uns Unruhe oder Langeweile bemerkbar, so dass wir nach 15-20 Minuten nicht aus mangelnder Konzentration, sondern aus Zeitknappheit in den nächsten Raum gehen, um noch ein wenig mehr sehen zu können. Da unser Museumsbesuch aus logistischen Gründen auf eineinhalb Stunden begrenzt ist, nehmen wir jeweils nur etwa vier Bilder in Augenschein. Der Wechsel von einem Bild zum nächsten geschieht ohne Eile. Die BewohnerInnen haben ausreichend Gelegenheit, alleine oder in Begleitung unserer freiwilligen HelferInnen durch den Saal zu gehen und einige Minuten lang selbst zu entdecken, zu verharren und zu staunen, ehe wir gemeinsam das nächste Kunstwerk besprechen, das wiederum nach dem Kriterium des größten 'Zustroms' gewählt wird.

Meine Kollegin und ich wechseln uns ab in der Moderation der nach den Grundsätzen der Teilhabe-orientierten Kommunikation geführten Bildbetrachtung. Viele Fragen werden gestellt, viele Antworten stehen im Raum, viele Erinnerungen tauchen auf. Wir laden ein, noch genauer zu schauen und regen an, Gedanken weiter zu führen - doch jede Äußerung bleibt offen stehen, wie es gesagt wurde.

Dass es kein richtig und kein falsch gibt, scheinen die Museumsgäste von der ersten Minute an gespürt zu haben, denn immer selbstbewusster kommentieren sie ihre Eindrücke. Die ursprüngliche Scheu vor dem „Haus der Künste“ ist schnell verschwunden. Zuletzt sind wir beim farbenprächtigen Bildnis dreier Gestalten angelangt.
Ihre Nasen werden angeregt verglichen.  „Es sind drei Schwestern!“- „Nein, sie sind sicher nicht verwandt!“ - „Die eine ist ein Mann in Frauenkleidern!“ - „Die mittlere ist eine Königin!“- „Die drei sehen aus wie kurz vor der Hinrichtung!“ Es wird auch viel gelacht. Nach dem Künstler und Entstehungsjahr wird nur selten gefragt.


Ein improvisiertes Theaterstück

Jeder Museumsbesuch für sich ist wie ein improvisiertes Theaterstück, das sich mit den jeweiligen TeilnehmerInnen entrollt und dessen Ausgang im Vorhinein ungewiss ist. Die Bühne ist das Museum. Wir Begleiterinnen bringen uns dramaturgisch ein, doch die Akteure sind die BesucherInnen.

Diese haben nach den eineinhalb Stunden Museumsbesuch einen regelrechten Urlaub vom Heimalltag erfahren. Die üblichen Abläufe sind so abgerückt wie die in der Institution gewohnten Verhaltensweisen. Eine Dame, die sich sonst durch schier unentwegte 'Nörgeleien' abzugrenzen pflegt, ist im Museum plötzlich eine, die durch genaue Beobachtungen glänzt. Eine andere Dame, sonst sehr still, spricht selbstbewusst im Tonfall einer Expertin. Eine weitere Dame im roten Pullover, die starke Orientierungsprobleme hat, erkennt sich selbst im Bildnis der Dame im roten Kleid. Ganz nah geht sie hin und zeigt freudig auf das Bild: „Das bin ja ich!“ Der ehemalige Kunstprofessor schwelgt im Kunstgenuss, den er so vermisst. Eine Dame, die vor dem Eintritt ins Heim Jahrzehnte in einer sozialen Einrichtung gelebt hat, ist stolz über den allerersten Museumsbesuch ihres Lebens.

"Beglückung der Alten"?

Für uns Begleiterinnen tut sich ein spannendes Lernfeld auf, denn die Menschen mit Demenz sind gute Lehrmeister, weil unklare Fragen, Unsicherheit oder ein inadäquates Tempo in der Führung durchs Museum unmittelbare Reaktionen nach sich ziehen.

Die Unternehmung hat durchwegs den Charakter eines einander bereichernden Erlebnisses unter Erwachsenen und nicht die Spur einer „Beglückung der Alten“.  Die erfahrene und empfundene Aufwertung zeigt sich auch an der Kleidung der BewohnerInnen. Noch nie gesehene Kleidungs- und Schmuckstücke sind für diesen Anlass gewählt worden; besonders beliebt: die Perlenkette...

Die BewohnerInnen äußern sich nach dem Ausflug ins Kunstmuseum ausnahmslos begeistert und dankbar und sind interessiert an weiteren Ausflügen dieser Art in andere Museen der Stadt. Fotos, die während der Führung entstanden sind, werden später ausgedruckt und als Erinnerung an die TeilnehmerInnen übergeben.


M e h r  I n f o s :

Die Museumsführungen in Linz sind Teil eines Projekts, das Pro Senectute und dementia+art nunmehr im dritten Jahr in Österreich durchführen. Nach einem sehr erfolgreichen Auftakt in Wien, folgten Linz und Salzburg. In 2017 ist Innsbruck und Graz in der Planung.
Erfahrungsberichte dazu finden Sie auf dieser Website:  W I E N 

Zu Pro Senectute:  H I E R

 

Fortbildungen für den Kultur- und den Pflegebereich

Direkt zu den Fortbildungen:  2017



dementia+art strebt nachhaltige Strukturen an für die Zusammenarbeit der Bereiche Kultur und Pflege:

  • Als Kultureinrichtung wollen Sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und neuen Methoden der Vermittlung öffnen.
  • Als Senioreneinrichtung wollen Sie sich auf den demographischen Wandel mit seinen steigenden Ansprüchen einstellen und kulturelle Teilhabe ermöglichen.

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'Der andere Blick' - Schweiz wagt Kultur und Demenz


C Museum Wallraf-Richartz

In Aarau, der Schweizer Kantonshauptstadt etwa 30 km südwestlich von Zürich, fand - organisiert von Careum - eine gutbesuchte Tagung zu Kultureller Teilhabe für Menschen mit Demenz statt. Sie verstand sich als Initialzündung, um das für die Schweiz noch recht neue Thema bekannter zu machen und um für Betroffene weiträumig Angebote in Museen, Konzerthäusern und anderen Kulturorten zu ermöglichen. 

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Newsletter 2_2017 Hebammenkunst

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine  bisher jüngste Teilnehmerin war eine Frau, die gerade 50 Jahre geworden war. Alzheimer. Lange war mir nicht klar, ob sie zu den Betreuenden der Gruppe gehörte oder einer unserer ‚besonderen’ Gäste war. Die älteste war eine 102 Jährige, sehr vital, mit leichten kognitiven Eintrübungen. Das Durchschnittsalter aller liegt gewiss über 80 Jahre. Arbeiter, Hausfrauen, ehemalige Professoren und Ärzte. Gut erinnere ich mich  an einen Schrotthändler. Über die Hälfte der Besucher waren noch nie in einem Kunstmuseum: „So viele Bilder hier!

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6.-7.4 Kulturbegleiter für Menschen mit Demenz werden in Leichlingen / Rheinland

Nicht zuletzt infolge der demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel ist Kultur mit ihren emotions-nahen Angeboten in den letzten Jahren immer wichtiger geworden – auch für Menschen mit Demenz.

Gerade auch im Rheinland und im Bergischen Land sind in den letzten Jahren immer mehr Angebote für Menschen mit Demenz in Museen, Konzerthäusern und anderen Kultureinrichtungen entstanden. Zugleich nimmt die Nachfrage von Senioreneinrichtungen, Angehörigen und Selbsthilfegruppen nach kulturellen Angeboten für Menschen mit Demenz deutlich zu.

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30.3.-1.4. Fortbildung Kultur und Demenz in Görlitz

Das Bedürfnis nach Kultur und kultureller Teilhabe geht mit der Diagnose Demenz nicht automatisch verloren. Im Gegenteil: Ein Museums-, Ausstellungs- oder Theaterbesuch kann Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein.

Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Angebote von Museen und Konzerthäusern für Menschen mit Demenz. Auch in Sachsen hat man sich auf den Weg gemacht. Zugleich wollen immer mehr Pflegeeinrichtungen diese Angebote für ihre Bewohnerinnen und Bewohner nutzen.

Doch welche Kulturangebote kommen in Frage und was ist dabei in Bezug auf die regionalen Gegebenheiten zu beachten? Welche inneren und äußeren Barrieren müssen berücksichtigt werden? Die Fortbildung mit Workshop-Charakter vermittelt, wie diese ganz praktisch überwunden werden können und eine Kulturbegleitung von Menschen mit Demenz kenntnisreich und wertschätzend genutzt und gestaltet werden kann. Zugleich bietet sie Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und ermöglicht einen ersten Austausch über die jeweiligen Bedarfe von Kultur- und Pflegeeinrichtungen.

Die Fortbildung findet im Schlesischen Museum zu Görlitz sowie im Kulturhistorischen Museum statt. Der 3. Tag ist für Teilnehmende aus dem Museumsbereich gedacht, die die besondere Teilhabe-orientierte Vermittlung und Kommunikation vor Objekten einüben werden.

Die Fortbildung eignet sich zudem für fortgeschrittene Studierende der betreffenden Fachbereiche. 

> Ein ausführliches PDF können Sie unten herunterladen.

 

Newsletter 1_2017 Selbstoptimierung und Demenz

Das Jahr 2016 war für mich mit dementia+art sehr erfolgreich. Doch Erfolg hat seinen Preis. Um am Jahreswechsel einmal auch davon zu sprechen: Als freiberuflicher Dienstleister in einem noch sehr neuen Bereich spüre ich mittlerweile deutlich das Maß der Anforderungen – die ich wiederum selbst geschaffen habe. Nicht zuletzt um erfolgreich bestehen zu können.
Was ist das, was uns in dieser Weise mehr oder minder alle antreibt?
„Selbstoptimierung“. Der Begriff wird seit ein zwei Jahren immer geläufiger.

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