Großmutter - Eine literarische Demenzgeschichte (Teil 1)

Vor etlichen Jahren - als das Wort Demenz und seine Bedeutung in der breiteren Öffentlichkeit noch kaum bekannt waren -, schrieb ich eine Geschichte über das Erinnern und Vergessen: 'Großmutter'. Durch ihren literarischen Umgang mit dem Thema wirft sie einen ganz eigenen Blick auf die Krankheit.
'Großmutter' ist eine Erzählung aus meinem bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Band mit Liebesgeschichten: ‚Die Liebe am Nachmittag‘.

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Demenz in der Literatur

Immer häufiger erscheinen Romane, in denen Demenz eine Rolle spielt. Gabi Rüth folgt den Schriftstellerinnen und Schriftstellern auf ihren Expeditionen ins Innere von Menschen mit Demenz und fragt, was Literatur leisten kann.

Zu lesen und zu hören bei WDR 3: Demenz in der Literatur Dort ist auch eine kleine Literaturliste zu finden.

 

"replacing the pressure to remember with the freedom to imagin" - TimeSlips-Workshop in Münster

"TimeSlips opens storytelling to everyone by replacing the pressure to remember with the freedom to imagine." 

Das ist der Leitsatz der in Amerika von Anne Basting entwickelten Methode des Geschichtenerzählens bzw. des gemeinsamen Geschichtenentwickeln mit einer Gruppe von Menschen mit Demenz. 

Die TimeSlips-Methode ist in Deutschlandnoch recht neu. Sie richtet sich als kreatives Gruppenangebot an Menschen mit Demenz im mittleren und fortgeschrittenen Stadium. Jochen Schmauck von dementia+art konnte an dem ausgebuchten Workshop teilnehmen.

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Großmutter - Eine literarische Demenzgeschichte (Teil 2)

Großmutter wohnte in einem mittelgroßen, tristen Wohnblock. Ein Balkon ging zu einem Innenhof, wo auf winzigen Parzellen Gemüse angebaut und Kaninchen gehalten wurden. Die Wohnung war geräumig, aber Großmutter, die viele Reisen unternommen und vermutlich über ihre Verhältnisse gelebt hatte, fluchte bei jedem Einkauf auf die britischen und deutschen Banken, die sie zwängen, in dieser Höhle zu vegetieren. Das erste, was ich über den Islam erfuhr, war, dass er Zinsen untersagte.

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Der alte König im Exil - Der Schriftsteller Arno Geiger über seinen demenzkranken Vater

Wenn der Schriftsteller Arno Geiger über seinen Vater und dessen Alzheimer-Erkrankung schreibt, schreibt er über Heimat und das Gegenteil davon: Heimatlosigkeit. Diese Heimatlosigkeit beruht auf der Erfahrung und dem Gefühl, sich in der Welt nicht mehr zurecht zu finden - auch dann nicht, wenn man sich eigentlich zu Hause befindet. Ein Zuhause, das sich als Ort auch auf den eigenen Körper bezieht, in dem man sich nicht mehr geborgen fühlen kann. Geiger sieht - nicht ganz zu Unrecht - in der Krankheit die Chance eines antikapitalistischen Gegenentwurfs. Zuhause, das ist der Wunsch nach einer nichtrentablen Welt: "der Gläubige nennt (diesen Ort) Himmelreich."

 

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