Musik bewegt - Die Zusammenarbeit des WDR-Sinfonieorchesters mit dementia+art


Es gibt mittlerweile erste Erfahrungen mit Konzerten für Menschen mit Demenz. In einem kürzlich erschienenen Programmheft hat Susanne Spottke vom WDR Sinfonieorchester über die Zusammenarbeit mit dementia+art e.V. geschrieben.

»lch hätte nicht gedacht, dass meine Mutter so lange so still sitzen bleiben würde!« Das war einer der Sätze, den Martina Schönenborn, Mitarbeiterin in einem Seniorenzentrum und Begleiterin beim ersten Konzert von wso-Musikern für an Demenz erkrankte Menschen, nach dem Konzert oft zu hören bekam. »Auffallend war eine gewisse Nachhaltigkelt«, ergänzt sie.

»Wir sind es gewohnt, dass demenziell veränderte Menschen sehr schnell vergessen, was gewesen ist. Das Konzert jedoch blieb eine kleine Weile in Erinnerung. Auf Nachfrage erhielten wir Sätze der Zustimmung, ein Lächeln oder eine Geste, die einen Takt darstellen sollte.«
Rundum erfüllt erschien so die Absicht »Betroffene und ihre Angehörigen an den schönen Dingen des Lebens weiter teilhaben zu lassen.« Diese Intention benennt die Zielsetzung von dementia+art e.V., der als Vermittler zwischen Kulturveranstaltern und ambulant, stationär oder familiär betreuten Menschen mit Demenz auftritt. »Das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe geht nicht automatisch mit Demenz verloren. Musik kann ein Schlüssel zur inneren Welt der Menschen sein. Musik weckt Emotionen und die sind ja von einer Demenz in der Regel eben nicht betroffen. So bewegt Musik demenziell veränderte Menschen und ihre Angehörigen - im übertragenen wie im wörtlichen Sinne«, stellt Jochen Schmauck-Langer, Kulturgeragoge und Geschäftsführender Vorstand von dementia+art e.V. fest.
(wso aktuell)

Das Programmheft des WDR Sinfonieorchesters (den Artikel finden Sie auf Seite 10) können Sie herunterladen: hier


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