Newsletter 3_2018

Liebe Leserinnen und Leser,

Inklusion ist oft eine recht einseitige Angelegenheit. 'Wir' als Gesellschaft sind gefordert, kulturelle Teilhabe für Menschen zu ermöglichen, denen eine solche Teilhabe aufgrund von Beeinträchtigungen, aber auch von Barrieren und Hemmnissen nicht möglich ist. Vieles ist in den letzten Jahren schon in Gang gekommen.

Durch die Erfahrungen mit vielen Führungen für Menschen mit Demenz konnte dementia+art jedoch eine Vermittlung im Museumsbereich entwickeln, die wir 'Teilhabe-orientiert' nennen und die sich an - Menschen außerhalb des eigentlichen 'Inklusions' Bereiches richtet. Wir sprechen die Ressourcen, die Erfahrungen, die Erinnerungen und die Meinungen der Besucher an und entdecken auf der Basis ihrer Lebenswelt gemeinsam Bilder oder Objekte. Das gelingt nahezu immer und die Erfahrung, an einem öffentlich hervorgehobenen Raum etwas beitragen zu können, wirkt sich ausgesprochen positiv auf Selbstwert und aktuelle Ressourcen aus - bis hin zu Glücksgefühlen. Viele diese Besucher waren noch nie im Museum, und die Art der Vermittlung lässt sie sichtlich 'ankommen'. Vor allem, wenn sie keine oder nur wenig Erfahrung mit 'Hochkultur' und herkömmlicher Bildungsvermittlung haben.
Wir versuchen auch jene Kunst- und Kulturbereiche einzubeziehen, die gemeinhin als besonders schwierig gelten: Moderne Kunst und Gegenwartskunst. Ziel ist es, oft ungewohnte und zunächst sperrige Formen auch für Besucher zu erschließen, denen sie fremd sind und den Menschen im Museum eine Stimme zu geben. Ein solches Angebot ist auch unsere Fortbildung zur 'Teilhabe-orientierten Vermittlung Moderner Kunst', die vom 19.-21.06. im Museum Ludwig in Köln stattfindet.

Herzlich aus Köln

Jochen Schmauck-Langer, dementia+art


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