Barrierefreiheit - auch für Menschen mit Demenz?

In Wolfenbüttel fand ein dreitägiger Workshop zu Fragen der Barrierefreiheit insbesondere im Museumsbereich statt. Ort war die angesehende Bundesakademie für Kulturelle Bildung. Die ReferentInnen gingen sehr detailreich und kompetent auf verschiedene Sinnesbeeinträchtigungen (Sehen, Hören, Bewegen) ein, stellten die Realität vor und die Möglichkeiten wirklicher Teilhabe, wie sie in der wegweisenden UN-Charta zu den Rechten von Menschen mit Beeinträchtigungen beschrieben sind.

 

Die Teilnehmer stellten zum Teil eigene Projekte vor, zumeist Ausstellungen, die speziell auch für Blinde oder Hörgeschädigte konzipiert waren. Von Bedeutung waren natürlich die zum Teil erheblichen Kosten und - in diesem Kontext - die Anzahl von Betroffenen, die erreicht wurde. Deutlich wurde das große Engagement, um in diesem Bereich zu praktikablen Lösungen zu kommen, um eine solche Teilhabe irgendwann ganz selbstverständlich anbieten zu können.

Jochen Schmauck-Langer nahm für dementia+art an der Weiterbildung teil. Menschen mit Demenz sind bekanntlich nicht nur von kognitiven Einschränkungen betroffen sondern häufig auch von  von weiteren Einschränkungen (Stichwort: Hochaltrigkeit und Multimorbidität). Das heißt diesem Krankheitsbild kämen unter Umständen eine Reihe von Maßnahmen zur Barrierefreiheit zugute.

Überraschend deshalb, dass unter den kognitiven Einschränkungen die durch eine "Demenz" nicht vorkam... Stattdessen wurden etwa Trisomie 21 (Down Syndrom) und geistige Erkrankungen genannt.

Für dementia+art ist es freilich eine essentielle Bedingung kultureller Teilhabe in diesem Bereich, dass nicht nur die äußeren Barrieren abgebaut werden sondern auch die inneren. Dazu zählen wir etwa im 'Kölner Modell' die ressourcenabhängige Auswahl der Inhalte und eine angepasste Kommunikation. Beides ist eher Teil der personalen Vermittlung und im wesentlichen auch ohne technische Hilfsmittel zu leisten - wenn man über entsprechende Erfahrungen bzw. eine Qualifikation in diesem Bereich verfügt.

Beispiele solch gelungener Vermittlung konnten in der Broschüre präsentiert werden, die zum Ausgang des Pilotprojektes für die Robert Bosch Stiftung "Kulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz in Köln" von dementia+art erstellt worden war.

Zu hören war, dass zukünftige Veranstaltungen zur Barrierefreiheit auch den Bereich Demenz berücksichtigen sollen.

 

 

 

 

 

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