
Diese Fortbildungsreihe verbindet zwei Welten, die im Alltag selten sauber zusammenfinden: Kultur (Museum/Kunst/Musik) und Pflege- bzw. psychosoziale Begleitung. Sie übersetzt Krankheits-Basics in eine teilhabeorientierte Praxis – damit Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen im Museum nicht „mitgedacht“, sondern als Beteiligte angesprochen werden.
Die beiden digitalen Tage (02.02. und 09.02.) geben Sicherheit in Grundlagen, Kommunikation und Barrieren. Die zweitägige Kölner Praxis (05.–06.05.) ist der Transfer-Teil: In Kleingruppen wird die Methode der strukturell Teilhabeorientierten Vermittlung im Museum eingeübt – mit Feedback und Praxisaufgabe.
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Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine Stimme geben
Psychische Erkrankungen und seelische Belastungen haben in den letzten Jahren in allen Altersgruppen stark zugenommen. Kultur kann hier mehr sein als Ablenkung: Sie kann einen Raum eröffnen, in dem Wahrnehmung möglich wird – ohne Leistungsdruck, ohne Prüfung, ohne „richtig“ oder „falsch“. Genau darum geht es im Projekt „Kunst für die Seele – Museum erleben“, das seit 2015 teilhabeorientierte Führungen in Kölner Museen für Gruppen von Erwachsenen und für Schüler*innen verschiedener Altersgruppen ermöglicht.
Diese eintägige digitale Fortbildung vermittelt das Orientierungswissen, das Sie brauchen, um Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen sicher, respektvoll und teilhabeorientiert zu gestalten. Sie ist bewusst keine klinische Diagnostik. Sie übersetzt Krankheitsbilder und Beeinträchtigungen in praktische Handlungsfähigkeit: Welche Rahmenbedingungen helfen? Was kann überfordern? Welche Sprache öffnet? Wie entsteht Sicherheit im Raum?
Theoretische Grundlagen & Inhalte
- Teilhabe als Menschenrecht – auch im kulturellen Bereich
- Krankheitsbilder (Basics) und typische Beeinträchtigungen
- Lebenswelten von Jugendlichen und Erwachsenen
- Hemmnisse und Barrieren (Scham, Stress, Rückzug, Überstimulation, Gruppendynamik)
- teilhabeorientierte Kommunikation: Wahrnehmung stärken statt Leistung abfragen
- Bedeutung von Emotionen für Orientierung, Resonanz und Gruppenklima
Was Sie nach dem Tag mitnehmen
- mehr Sicherheit im Einordnen von Situationen und Bedürfnissen
- praktische Kriterien für Rahmen, Tempo und Moderation
- eine Gesprächsführung, die schützt und zugleich beteiligt
- Vorbereitung für die Kölner Praxis (05.–06.05.2026): Umsetzung in Ihrer Sammlung/Institution
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Organisatorisches
Termin (digital): 09.02.2026, 10–18 Uhr (Pause 13–14 Uhr; zusätzlich je 15–20 Minuten Vor- und Nachmittag nach Bedarf)
Zielgruppe: Museumsmitarbeiterinnen; Fachkräfte in der psycho-sozialen Begleitung; Lehrkräfte an Schulen; Multiplikatorinnen; fortgeschrittene Studierende (auf Anfrage)
Referent: Jochen Schmauck-Langer (Geschäftsführer von (de)mentia+art), Kulturgeragoge, Dozent, Kunstbegleiter in verschiedenen Kölner Museen; Entwicklung analoger und interaktiver digitaler Gruppenformate; Einbindung von KI
Teilnehmende: max. 16 (mind. 10) • Anmeldeschluss: 04.02.2026
Teilnahmeentgelt: 195 €
Nach Anmeldung und Zahlungseingang erhalten Sie den Zugangslink. Im Anschluss: digitales Handout + Teilnahmebescheinigung.
Infos/Anmeldung: Jochen Schmauck-Langer • schmauck.langer(at)live.de • 0157 88345881
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Anschluss: Teil 2 (Analoge Praxis)
05.–06.05.2026 / Köln – Praxis in ein oder zwei Kölner Museen (folgt)
Die zweitägige Praxis schließt an beide Basic-Schulungen an (02.02. Demenz / 09.02. psychische Erkrankungen) und übt in Kleingruppen die Teilhabeorientierte Vermittlung und Kommunikation im Museum ein – mit direktem Feedback und Praxisaufgabe.
Diese Praxis bezieht auch Personen ein mit vergleichbarer Qualifikation (z. B. frühere Schulungen).
Mehr Infos: H i e r
Das Format „Kunst für die Seele“ wurde in enger Zusammenarbeit mit der Eckhard Busch Stiftung, dem Museumsdienst Köln, Betreuungseinrichtungen und Schulen entwickelt und findet u. a. im Museum Ludwig, Wallraf-Richartz-Museum, Museum Schnütgen und Kolumba (sowie digital) statt; es wird wesentlich durch die Stiftung gefördert.
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