(de)mentia+art - Newsletter 3/2023

Liebe Leserinnen und Leser,

es hat wieder einmal lange gedauert, bis der neue Newsletter da ist. Der Hauptgrund ist wohl, dass ich mich mit dem Entree so schwer tue, obwohl es keine gewichtigen Gründe dafür gibt: Das NRW-Projekt zu digitalen Museumsführungen kennen Sie schon: Die Pflegeeinrichtungen im ländlichen Bereich sind jetzt ausgewählt und die beiden Basis-Schulungen festgelegt. Im Moment bemühen wir uns um regionale Museen als mögliche Tandempartner. Parallel lief die 3.(!) digitale Schulung für die Cellitinnen-Häuser, die in kultureller Teilhabe vielfach schon "Leuchttürme" sind und jetzt auf ihre digitalen Probeführungen für Menschen mit Demenz warten. Beteiligt sind wir auch an dem Inklusionsprojekt "Tandemführungen im Kolumba Kunstmuseum", mit Künstlern aus dem angesehenen KAT 18. Dort leben und arbeiten Künstler*innen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen und Assistenzbedarf. Nach zahlreichen Vorbereitungstreffen habe ich - als einer der beteiligten Guides - mit Filip-Mijo nun einen kompetenten Tandempartner für eher ungewöhnliche Rundgänge durch die Jahresausstellung des Museums - bei denen ungewiss ist, wer von uns Tandempartnern gerade auf dem "Spielbein" und wer auf dem "Standbein" steht. Daneben die tägliche und wöchentliche "Routine": eine Führung für Menschen mit Demenz zum Impressionismus im Museum Wallraf, eine Führung für Schüler*innen mit psychischen Beeinträchtigungenaus Kinderuniklinik und angeschlossener JCW-Schule zur Pop Art im Museum Ludwig. Obendrauf eine digitale Führung zum Goldenen Zeitalter der Malerei mit Digitalisaten aus dem Museum Wallraf für Menschen mit Demenz in der Familie, im Kontext eines Artikels von mir in der "Alzheimer Info". In Köln selbst soll es eine Neukonzeption unseres Outreach-Formats geben, für das neu entstehende Kölnische Stadtmuseum und den Museumsdienst Köln. Mit der Führung "Die Heinzelmännchen kommen zu Besuch - Das Alte Köln erleben" soll das vor der Pandemie sehr beliebte Format für Pflegeeinrichtungen wieder buchtbar werden. Mit neuen und größeren Abbildungen, neuen musikalischen Akzenten (nein, ich singe nicht selbst!), neuer Logistik und rhetorisch stolperfrei. All das ist sinnvoll zu kuratieren... Sonst noch etwas, was zur Ausrede taugt...? Vielleicht die Zusammenfassung unserer Fortbildungen für den Inklusionsbereich  zu einem zertifizierten Guide für die wichtigsten Bereiche und Zielgruppen kultureller Teilhabe...? Vielleicht die Vorbereitung für die nächste mehrtägige Schulung zur Kulturbegleitung für Menschen mit Demenz in Klagenfurt für das Land Kärnten. (Wobei die Deutsche Bundesbahn die gültige Buchung/Verbindung zweimal wegen neuer Bauarbeiten gekanzelt hat...)
Also, meine Damen und Herren, Sie sehen, warum mir die Konzentration auf ein sinnvolles Entree zum Newsletter wirklich schwer fällt.

Schöne Ostertage, herzlich aus Köln
Jochen Schmauck-Langer
 
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Zum aktuellen Newsletter 3/2023: H i e r

24.04./15.05.2023 NRW Projekt, Schulung: Digitale Museumsführungen für Menschen mit Demenz :: ländlicher Raum


[Foto: Caritas Altenzentrum St. Bruno l
Abbildung (Detail): Huybrecht Beuckeleer, Madonna und Kind, 1563,
Wallraf-Richartz-Museum, Köln (Rheinisches Bildarchiv)]

Menschen mit Demenz leben überall im deutschsprachigen Bereich. Für viele sind Museen nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Dies gilt sodann auch für viele Pflegeeinrichtungen, Tagespflegen, Demenzcafés u. a. In Reaktion auf die Erfahrungen mit Pandemie, Isolation und Vereinsamung hat (de)mentia+art ein digitales, ortsunabhängiges Vermittlungsformat entwickelt, das eine wertschätzende und interaktive Teilhabe für Menschen mit Demenz ermöglicht und ihre Ressourcen anspricht. Das NRW Projekt nimmt dabei besonders ländliche und kleinstädtische Räume in den Blick.

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06. - 07.11.2023 Fortbildung l Limburg/Dietz l Kulturbegleitung für Menschen mit Demenz

[Foto: Roland Meinecke]

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Angebote von Museen und Konzerthäusern für Menschen mit Demenz. Zugleich wollen auch immer mehr Betroffene, Angehörige sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen diese Angebote nutzen. Dies gilt auch - zum wiederholten Male! - in der alten Domstadt Limburg und ihrer Region, die nicht nur den weltberühmten Dom, sondern auch ein sehr schönes Dommuseum hat.

Welche Kulturangebote kommen hier in Frage und was ist dabei zu beachten? Welche inneren und äußeren Barrieren müssen berücksichtigt werden? Die Fortbildung vermittelt, wie Hindernisse ganz praktisch überwunden werden können und eine Kulturbegleitung von Menschen mit Demenz kenntnisreich und wertschätzend möglich ist. Der Praxisteil in einem Museum setzt das Erfahrene beispielhaft um.

  • Warum kulturelle Teilhabe?
    Demografie, rechtlicher Rahmen, Inklusion, Emotionen
  • Wo soll kulturelle Teilhabe stattfinden?
    Museen, Konzerthäuser ... Hemmnisse und wie sie überwunden werden
  • Wer soll teilnehmen?
    Menschen mit Demenz: Krankheitsbild, Gedächtnis, Kommunikation
  • Wie geht das Ganze?
    Innere und äußere Barrieren, Gelingensbedingungen, Nachhaltigkeit
    Schwerpunkt: Teilhabeorientierte Vermittlung für Menschen mit Demenz

Die Teilnehmenden erhalten am Ende der Fortbildung eine Praxisaufgabe, bei der sie ihre neuen Kenntnisse anwenden sollen. Nach etwa 6 Monaten folgt ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch. Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung und ein digitales Handout.


Die Fortbildung ist Modul 2 der von (de)mentia+art entwickelten praxisorientierten Qualifikation zur*zum  Kulturbegleiter*in / Guide für Menschen mit Demenz. Die gesamte Qualifikation für professionell oder ehrenamtlich tätige Mitarbeiter*innen in Senioreneinrichtungen umfasst 4 Grundmodule:

  1. analoge Kulturangebote (Museumsführungen / Konzertbesuche... sie organisieren und begleiten qualifiziert)
  2. interaktive digitale Museumsführungen (sie lernen solche Führungen für Kleingruppen technisch zu planen und kommunikativ zu begleiten),
  3. Teilhabeorientierte Vermittlung und Kommunikation (als Vorbereitung auf  4: "Mit Kunst aktivieren")
  4. Mit Kunst aktivieren (sie führen selbst Ressourcen-aktivierende Gespräche über Kunst mit Menschen mit oder ohne Demenz in der Sozialen Betreuung von Senioreneinrichtungen

Mehr Infos: H i e r


Termin: 06. - 07.11.2023 l 10 - 17 Uhr l

Ort: Seniorenzentrum Schönblick, Dietz
Praxisort: Dommuseum Limburg
Zielgruppe: Pflege / Betreuung (Sozialer Dienst, Alltagsbegleiter*innen, ehrenamtlich Tätige) und Kultur (Museen, Musikeinrichtungen).
Referent: Jochen Schmauck-Langer
Geschäftsführer von (de)mentia+art, Kulturgeragoge, Kunstbegleiter für Menschen mit und ohne kognitive oder psyschische Erkrankungen, Qualifikation zur Alltagsbegleitung von Menschen mit Demenz; Mitgliedschaften: BV Museumspädagogik; BV Kunst- und Kulturgeragogik sowie der AG „Kulturelle Teilhabe“ der NRW-Regionalbüros Alter, Pflege, Demenz

Infos: unter www.dementia-und-art.de

Anmeldung: Die Fortbildung findet im Rahmen einer Mitarbeiter*innen-Qualifizierung der Seniorenhäuser Limburg/Dietz statt. Bitte informieren Sie sich über die Möglichkeit, daran teilzunehmen: Kontakt: Carina Viehmann / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


 

                               

Museumsführungen im ländlichen Bereich? Für Menschen mit Demenz? Und dann digital? - Ein NRW-Projekt sucht Regionalmuseen als Tandempartner

[Kopfweiden Niederrhein]

Kunst / Demenz / Ländliche Räume / Menschen in Senioreneinrichtungen / Digitalität

(de)mentia+art wurde für 2023 mit einem Projekt für das Land NRW betraut. Dabei geht es um Chancen auf kulturelle Teilhabe für Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen. Dabei sollen vor allem ländliche Räume in NRW in den Blick genommen werden. Um das zu ermöglichen, nutzen wir unser schon 2020 unter Pandemiebedingungen für das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) entwickelte digitale Format. Zunächst sollen einzelne Senioreneinrichtungen mit solchen ortsunabhängigen digitalen Kulturangeboten vertraut gemacht werden, die interaktiv sind und sich zudem an Gruppen richten. Das Schulungsangebot ist für die Teilnehmenden kostenlos. Im weiteren werden hier das Projekt und einige Voraussetzungen und Bedingungen einer Teilnahme beschrieben.



 

[Erresberg, Eifel]

Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen leben überall im deutschsprachigen Bereich - allein, in der Familie oder in Pflegeeinrichtungen. Für viele sind Museen nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Dies gilt besonders für den ländlichen Raum. (de)mentia+art hat ein digitales, ortsunabhängiges Vermittlungsformat entwickelt, das eine wertschätzende und interaktive Teilhabe ermöglicht. Das Format wurde 2020/21 als Projekt des BMFSFJ gefördert. Daran waren überwiegend Einrichtungen in Städten beteiligt. Die Erfahrung machte jedoch deutlich, dass gerade in ländlichen Räumen neben der immer noch andauernden Pandemie auch Entfernung, Wetter und Klima eine Rolle spielen und Teilhabe an sich eine Herausforderung darstellt.

[Winterliche Huteweide Westerwald]

Das Projekt zum Aufbau eines Online-Formats für Museumsführungen in Pflegeeinrichtungen in ländlichen Regionen soll in NRW für einige „Leuchtturmprojekte“ erprobt und durchgeführt werden. Entsprechend den Zielen der Nationalen Demenzstrategie soll es für die Belange von Menschen mit Demenz sensibilisieren und auf die Möglichkeit von Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Demenz insbesondere  i n  Kultureinrichtungen aufmerksam machen. Dabei war es die oberste Prämisse, dass ein digitales Angebot für MmD so viel wie möglich an Ressourcen-aktivierender, wertschätzender Kommunikation für die Betroffenen enthalten sollte. Darüber hinaus versteht sich das neue digitale Projekt auch als Beitrag gegen die Stigmatisierung von Menschen mit Demenz in Hinsicht auf „Da geht doch nichts mehr, wenn man daran erkrankt ist!“


[Bergisches Land bei Wuppertal]

Für das Projekt sollen beispielhaft sechs Institutionen in ländlichen Räumen ausgewählt werden, die an kultureller Teilhabe besonders interessiert sind. Beispiele könnten das Bergische Land, der Westerwald (Rhein-Sieg-Kreis), die Eifel oder der Niederrhein sein. Aber auch andere Räume sind denkbar. Seniorenhäuser, die sich an diesem für sie kostenlosen Projekt beteiligen wollen, können sich bei (de)mentia+art bewerben. Projektbeginn ist der 01.03.2023. Qualifiziert heißt, dass neben einem Interesse an solchen Angeboten auch die technischen Mindestanforderungen (guter Internetempfang, Großbildschirm bzw. Beamer + Leinwand, zweite mobile Webcam) vorhanden sind.

Das digitale Format ist nach einer Einweisung leicht umzusetzen. Diese umfasst die technischen Voraussetzungen und den Umgang mit der notwendigen zweiten Webcam. Danach geht es um den eigentlichen Ablauf einer digitalen Museumsführung und die Möglichkeiten einer digitalen Präsentation. Dazu sind Schulungsunterlagen verfügbar. Die jeweilige Raumsituation wird jeweils in den Veranstaltungsräumen/Wohnbereichen der Seniorenhäuser gemeinsam mit den Pflege- und Betreuungskräften erarbeitet: d. h. es wird eine visuelle und akustische Optimierung vorgenommen.

Abschließend können die Pflegeeinrichtungen das Format mit Bewohner*innen in zwei individuellen digitalen Museumsführungen (Thema nach Wunsch) erproben. Dadurch wird das Format als ein neues Angebot für Bewohner*innen mit und ohne Demenz implementiert. Geplant ist, in die technische Einweisung und in die weitere Umsetzung auch ehrenamtlich Engagierte einzubeziehen, sodass sie Pflege/Betreuung bei der Organisation und dem Ablauf einer digitalen Museumsführung sinnvoll entlasten können.

  • Wenn jetzt Ihr Interesse geweckt ist, nehmen Sie Kontakt mit uns auf:
    Jochen Schmauck-Langer  l  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  l 0157 88345881

Projektvideo "Digitale Museumsführungen für Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen" (8 Minuten):  H i e r


Fotos:
Uwe Schmid commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12100943
Mabol!,
commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9845907
Peter Lindlein,
commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99514920
Morty l
commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21391150


 Das Projekt wird gefördert durch das:

          


Kooperationspartner: 

     


Ein Projekt von:

 

Kultur als Freudenbringer (5) - Teilhabe ermöglichen für Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen

Kultur kann ein Freudenbringer sein! (de)mentia+art möchte mit ein paar Beispielen Lust darauf machen, es mit kultureller Teilhabe erstmals oder wiederholt zu versuchen: für sich selbst, für Ihre zu betreuenden Gäste, Ihre Bewohnerinnen und Bewohner.



 

[Auguste Renoir (1841 - 1919): Jean Renoir nähend, 1898 /
Wallraf-Richartz-Museum, Köln / rba_c16043a]

Ein Kind, das ganz versunken scheint in seine Welt... Wie alt mag das Mädchen sein? Vier oder fünf Jahre? Und können wir erkennen, was es da macht? Es hat ein Tuch in den kleinen, rundlichen Händen. Der Kopf ist darüber gebeugt, der Blick auf das gerichtet, was sich da zwischen den Fingerspitzen tut... Das Gesicht, die Körperhaltung zeigen die Konzentration, die vollen Wangen haben sich vor Eifer gerötet. Ein hübsches Mädchen in einem faltenreichen Kleidchen, das gut zum langen, leicht rötlich-blonden Haar passt. Es näht. Also auch von da her ein Mädchen! - Oder etwa nicht?

"Bilder und ihre Geheimnisse gemeinsam entdecken"

Wer hält das Kind trotzdem für einen Jungen? Wir haben gelernt, auch in dieser Hinsicht genauer hinzusehen... Spricht etwas dafür? Wir wissen, dass auch kleine Jungs in vorigen Jahrhunderten in Kleidchen gesteckt wurden. Auch das lange Haar war für einen Jungen kein Hindernis. -
Allerdings gibt es die spätere Selbstauskunft des weltberühmt gewordenen Filmregisseurs Jean Renoir, dass sein Vater, der Maler, die Konzentration seines Sohnes bei einer solchen 'weiblichen' Tätigkeit nutzte, um ihn in Ruhe malen zu können... Aber auch dann bleiben noch ein paar Fragen offen...

Wenn Sie nun neugierig geworden sind und Lust haben auf mehr Einblicke in die große Sammlung von impressionistischen Werken im Museum Wallraf-Richartz und auch Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen kulturelle Teilhabe ermöglichen wollen, wäre eine Führung für Sie genau das Richtige: vor Ort. Oder auch digital in Ihrer Einrichtung, überall!

Mehr Bilder, mehr Führungen, mehr Museen für Menschen mit und ohne Demenz sowie für Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigungen finden Sie unter "Kulturtermine Köln". Wenn da nichts Passendes für Sie ist, vereinbaren Sie doch einfach Ihren Wunschtermin mit uns:
Jochen Schmauck-Langer 0157-88345881 // Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!




Kultur als Freudenbringer (1): H i e r
Kultur als Freudenbringer (2): H i e r
Kultur als Freudenbringer (3): H i e r
Kultur als Freudenbringer (4): H i e r

 

Andere Wahrnehmung von Kunst bei demenziellen Veränderungen? - Einige Fragen zu Kultur und Demenz

[Caillebotte, Gustave, Trocknende Wäsche am Ufer der Seine, Wallraf, 1892, 105x150 cm, Öl auf Leinwand, rba_c004549]

Der Journalist Jochen Gust hat einen Artikel für die digitale "demenz-zeitung" zu kultureller Teilhabe bei Demenz geschrieben. In einem begleitenden Interview wurde unter anderem danach gefragt: "Menschen mit kognitiven Einschränkungen stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Interessieren sich die Betroffenen anders für Kunst als Menschen ohne kognitive Einschränkungen?

Mehr dazu: H i e r

(de)mentia+art :: Newsletter 01/2023

Liebe Leserinnen und Leser,

die Welt ist in Bewegung. Vieles von dem, woran wir uns gewöhnt haben, verändert sich. Gerade Menschen mit Beeinträchtigungen drohen dabei durch die Maschen zu fallen. Denn um ihrem Wunsch nach Teilhabe gerecht zu werden, bedarf es oftmals besonderer Anstrengungen. Das gilt auch für die Kulturangebote, die ein Highlight im Alltag sein können. In vielen Städten stellt sich zurzeit die Frage, ob sie noch möglich sind. In Köln wird das WDR Sinfonieorchester die sehr beliebten Kammerkonzerte für Menschen mit Demenz nach über 30 Konzerten in den letzten 10 Jahren nicht mehr anbieten. Und die Museen sehen große Kostensteigerungen auf sich zukommen, die auch den Inklusionsbereich betreffen können. Werden also Menschen mit Demenz oder mit psychischen Erkrankungen in den nächsten Jahren noch durch den "Impressionismus" im Museum Wallraf oder durch die "Klassische Moderne" im Museum Ludwig ziehen, um mit ihren Wahrnehmungen  Kunstwerke zu entdecken und vielleicht auch ein Stück weit sich selbst? Kulturelle Teilhabe ist eine gesellschaftliche Willensbekundung und letztlich eine politische Entscheidung, gerade auch was die Inklusion angeht. Darauf hoffen wir und wir freuen uns auf Sie!

Herzlich aus Köln
Jochen Schmauck-Langer
 
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Zum aktuellen Newsletter 01_2023: H i e r

Kulturtermine Köln: Jan. - März 2023 l analog + digital

KONZERTE

Das WDR Sinfonieorchester engagiert sich mit (de)mentia+art für die kulturelle Teilhabe von Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen. Sie sind bei den WDR Happy Hour-Konzerten besonders willkommen.

09.02.2023 19 Uhr WDR Sinfonieorchester: Happy Hour mit Prokofjew in der Philharmonie Köln

Klassik um Sieben - auch für Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen

WDR Happy Hour - Prokofjew

WDR Sinfonieorchester | Cristian Măcelaru | Jan Malte Andresen

PROGRAMM

Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

Mitwirkende:
  • WDR Sinfonieorchester
  • Cristian Macelaru Leitung
  • Jan Malte Andresen Moderation

Weitere Infos: H i e r




MUSEUMSFÜHRUNGEN im Wallraf, Ludwig, Schnütgen, Stadtmuseum und Kolumba

„Reden hilft...!“ Im neuen Jahr werden wir bei unseren Führungen für Menschen mit psychischen oder mit kognitiven Beeinträchtigungen noch mehr dazu ermutigen, eigene Wahrnehmungen zu äußern. Denn die Welt ist in Bewegung. Und für viele ist es eine bedrängende Zeit. Wir bieten besondere Begegnungen mit Kunst: Intensiv. Ohne kunsthistorische Voraussetzungen. Aber gemeinsam.
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Wenn Sie eine Museumsführung planen, vereinbaren wir gerne mit Ihnen eine Führung für Menschen mit kognitiven (Demenz) oder psychischen Beeinträchtigungen. Neben unseren Führungen in Kölner Museen bieten wir auch ortsunabhängige digitale Museumsführungen an. In diesem Fall sind wir gerne bei den technischen Voraussetzungen behilflich. Auch Wunschtermine sind möglich.

> Für alle Museumsführungen ist es notwendig sich vorher anzumelden!
KONTAKT:  Jochen Schmauck-Langer: schmauck.langer(at)live.de  //  0157 88345881




MUSEUMSFÜHRUNGEN für Menschen mit kognitiven (Demenz) oder psychischen Beeinträchtigungen - analog oder digital

Wallraf-Richartz-Museum
Mittelalter, Goldenes Zeitalter der Malerei, Impressionismus – Highlights aus den Sammlungen

Das Museum besitzt eine der wichtigsten Sammlungen mittelalterlicher Malerei weltweit. Stefan Lochners populäre „Muttergottes in der Rosenlaube“ ist ihr Höhepunkt. Weitere Highlights sind die Malerei des Barock mit Gemälden von Rubens und Rembrandt, sowie die umfangreichste Sammlung impressionistischer und neoimpressionistischer Kunst in Deutschland.
Wir treffen auf den melancholischen Blick einer jungen Frau, die uns entgegenschaut... Ein alter Mann, der über seine Einnahmen Buch führt - oder über sein Leben. Und mit Blick auf die nächste Spargelsaison: Ist der Spargel wirklich tagesfrisch gemalt? Die wunderbare „Rasenbleiche“, die uns zu Besuch einlädt – und wie Liebermann auf Kritik daran reagierte... In vielen der Werke begegnen uns nicht nur leuchtende Farbpigmente, sondern auch vertraute Gefühle und Erfahrungen unserer Existenz, die wir gemeinsam entdecken wollen.

TERMINE: l 24.02. l 28.02. l 07.03. l 17.03. l 23.03. l  30.03. 18 Uhr (digital)
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Museum Ludwig
Klassische Moderne, Pop Art und Gegenwartskunst - Highlights aus den Sammlungen

Die um­fan­greich­ste Pop-Art-Kollek­tion Eu­ro­pas, die dritt­größte Pi­cas­so-Samm­lung der Welt, eine der be­deu­tend­sten Samm­lun­gen zur klassischen Moderne: Das Mu­se­um Lud­wig be­sitzt heute eine der wichtig­sten Samm­lun­gen von Kunst des 20. und 21. Jahrhun­derts weltweit.
In vielen der Werke begegnet uns Kunst in neuen Farben und Formen. Wir werden vor die Entscheidung gestellt zwischen „Hauptweg und Nebenwegen“, ein trauriger Harlekin hat die Hände untätig in den Schoss gelegt, ein Mann und eine Frau wirken einsam und allein und werden doch nur durch das Schaufenster eines Cafés getrennt, und eine junge Frau überlegt, warum man sie versetzt hat und wie sie jetzt reagieren soll. -
Damit verbunden sind jedoch stets auch vertraute Gefühle und Erfahrungen unserer Existenz, die wir gemeinsam, ohne kunsthistorische Voraussetzungen entdecken wollen.

TERMINE:  02.03. l 10.03. l 28.03. l
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Museum Schnütgen
Seifenblasen und Haute Couture – Highlights aus den Sammlungen

Zu Beginn der Führung stellen wir (auch digital) dieses besondere Museum vor und lassen die Aura der romanischen Cäcilienkirche, des größten Ausstellungsraums, auf uns wirken.
Danach entdecken wir gemeinsam einige ausgewählte Kunstwerke, wie stets ohne Vorkenntnisse, nur auf der Basis dessen, was für alle zu sehen ist. In den sakralen Sammlungen begegnen wir vertrauten Gefühlen und Erfahrungen unserer Existenz: Ein Mann, dem als König gehuldigt wird, obwohl er nur auf einem Esel reitet. Eine zutiefst trauernde und doch ungebeugte Maria unter dem Kreuz. Ein kraftvoller Joseph, der liebevoll auf das spielende Jesuskind schaut. Und die Lichtdurchflutete Anbetung der Heiligen 3 Könige: auf einem mehrteiligen Kirchenfenster.

TERMINE (analog oder digital): l 22.02. l 21.03. l

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Kölnisches Stadtmuseum (zurzeit nur digital)
Das Alte Köln erleben – Highlights aus den Sammlungen

Im Köln „wie es einmal war“ begegnen wir den Heinzelmännchen. Wir nähern uns aber auch dem historischen Alter Markt und nehmen eine Arbeiterwohnküche mit den Lebensbedingungen vor 100 Jahren in den Blick. Auch der Rhein, die Lebensader Kölns, kommt nicht zu kurz. Wir besuchen auf einem Dampfer das Siebengebirge und erleben die „Rheinromantik“ in einer lauen Sommernacht, bei der die Waldmeisterbowle nicht fehlen darf. Mit musikalischen Akzenten.

TERMINE (zurzeit nur digital): 28.02. l 15.03. l 30.03. l

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[Merlin Bauer, »Liebe Deine Stadt I« 2005 (Sammlung RheinEnergie © VG Bild-Kunst)]

Kolumba – Kunstmuseum

Für viele Besucher*innen ist es das schönste aber auch eigenwilligste Museum der Stadt. 2013 wurde es zum Museum des Jahres gewählt. Bemerkenswert sei eine "hervorragende Architektur". Sakrale und moderne Kunst werden im jährlichen Wechsel zu bestimmten Themen gegenübergestellt und ermöglichen dadurch neue Wahrnehmungen und Deutungen - auch für Menschen mit kognitiven (Demenz) oder psychischen Beeinträchtigungen. Neben dem Besuch des Museums vor Ort haben Sie nun auch die Möglichkeit, das Kolumba digital zu besuchen.

AKTUELL  Ort und Subjekt - »Dafür sorgen, dass hier zu sein genügt«

Was machen Orte aus uns? Wie erinnern wir uns an sie? Wie gehen wir mit Orten um, die wir nicht erreichen können, wenn sie sogar untergehen? Kolumba selbst war immer so ein Ort. Das Museum legt seine 2000jährige (Bau-)Geschichte und mehrfache Überschreibungen – etwa von Kirche und Friedhof zu Museum und Garten – sichtbar dar. Die Erfahrung, einen Ort verlassen zu müssen, gehört zur existentiellen Erfahrung von Millionen von Menschen, auch in der Gegenwart. Auch unsere Kultur ist nicht einheitlich, sondern vielstimmig, ein Zusammentreffen vieler kollektiver Gedächtnisse. Welche Erfahrungen und Erzählungen sind damit verbunden?
> Gruppen von Menschen mit Demenz begrüßen wir zu Beginn im eleganten Lesezimmer mit einer Tasse Tee oder Kaffee und etwas Gebäck! 

Mehr Infos: H i e r

TERMINE: l 06.03. l 20.03. l 27.03. l

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> Highlights aus den Ausstellungen der letzten Jahre (nur digital):   H i e r


Auch zu Beginn der digitalen Führung stellen wir dieses besondere Museum in einigen anschaulichen Bildern zur Architektur vor, die mehrfach ausgezeichnet wurde und bekommen einen Eindruck für die Gestaltung. Danach haben wir einige besonders schöne Beispiele aus der Sammlung des Kolumba zusammengetragen und digital aufbereitet, um gute visuelle Bedingungen zu ermöglichen. Wir wollen sie gemeinsam entdecken.

Termine (digital, je 60 Min.): 27.02. l 13.03. l

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MEHR INFOS

Führungen für Menschen mit Demenz: H i e r
Führungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen: H i e r
Sie wollen die neuen digitalen Angebote ausprobieren? Eine kurze Handreichung zum Ablauf und den technischen Voraussetzungen: H i e r

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Bildrechte:
Leibl, Mädchen am Fenster, Wallraf-Richartz-Museum // © rba_c008646
Paul Klee, Hauptweg und Nebenwege, Museum Ludwig // © rba d039386_01
Trauernde Muttergottes | Museum Schnütgen // © rba_c000438 //
Schneidersfrau vom Heinzelmännchenbrunnen, Kölnisches Stadtmusem // © RBA L 14 846/10
Foto: // © Kolumba Museum, Ausgrabung_02_Landwehr jpg
Foto: // © Kolumba Museum, K 1013 04 Geisselbrunn Schnepf

 

01.03.2023 17 Uhr: Zoom-Info-Meeting zum NRW-Projekt "Digitale Museumsführungen für Menschen mit Demenz im ländlichen Bereich

[Kopfweiden Niederrhein]

Kunst / Demenz / Ländliche Räume / Menschen in Senioreneinrichtungen / Digitalität

Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen leben überall im deutschsprachigen Bereich - allein, in der Familie oder in Pflegeeinrichtungen. Für viele sind Museen nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Dies gilt besonders für den ländlichen Raum. (de)mentia+art wurde für 2023 mit einem Projekt für das Land NRW betraut. Dabei geht es um Chancen auf kulturelle Teilhabe für Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen. Es sollen vor allem ländliche Räume in NRW in den Blick genommen werden. Um das zu ermöglichen, nutzen wir unser schon 2020 unter Pandemiebedingungen für das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) entwickelte digitale Format. Zunächst sollen einzelne Senioreneinrichtungen mit solchen ortsunabhängigen digitalen Kulturangeboten vertraut gemacht werden. Sie sind interaktiv und richten sich zudem an Gruppen, etwa in Wohnbereichen von Senioreneinrichtungen oder in Demenz-Cafes. Das Schulungsangebot ist für die Teilnehmenden kostenlos.

Im weiteren werden in der Infoveranstaltung das Projekt und einige Voraussetzungen und Bedingungen einer Teilnahme beschrieben. Fragen sind sehr willkommen!

Mehr Infos zu dem Projekt: H i e r


Projektvideo "Digitale Museumsführungen für Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen" (8 Minuten):  H i e r



Termin: 01.03.2023 | 17:00 Uhr (ca. 60 Min.)
Zielgruppe: Pflege- und Betreuungseinrichtungen in ländlich-geprägten Bereichen; kommunale Beratungs- und Bildungseinrichtungen, Alzheimergesellschaften; Menschen mit und ohne demenzielle Beeinträchtigungen in der Familie

Teilnahme (max. 25 Personen)
Anmeldung: Jochen Schmauck-Langer  ll  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  ll  0157 88345881
Kosten: frei
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Jochen Schmauck-Langer lädt Sie zu einem geplanten Zoom-Meeting ein.
Thema: 01.03.2023 17 Uhr Info-Meeting zu "Digitale Museumsführungen für Menschen mit Demenz in Senioreneinrichtungen im ländlichen Bereich"
Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/85472861246?pwd=eW15amJMTUhxS2hYMFNBeXpuSW1VZz09




Technische Voraussetzungen für eine Einzelperson:
Stabile Internetverbindung (WLan); PC, Notebook (kein Handy) mit Webcam/Videokamera und Mikrofon/Lautsprecher. Sie sollen in der Lage sein, am Bildschirm ein Museumsbild gut zu erkennen und den Kunstbegleiter gut zu sehen und zu verstehen. Zugleich sollen Sie selbst auch gut sichtbar und hörbar sein.

Ankommen:

> Tipp: Lassen Sie sich eventuell helfen!
Sie klicken den Zugangslink ein paar Minuten, bevor die digitale Museumsführung beginnt.
- Gewähren Sie dann nach Aufforderung bitte Zugriff auf Ihre Kamera und Ihr Mikrofon
- Führen Sie die angebotene Kamera- und Mikrofon-Probe durch
- Warten Sie, bis Sie in den virtuellen (künstlichen) Museumsraum eingelassen werden.

Dort werden Sie begrüßt und los geht's!



 Das Projekt wird gefördert durch das:

          


Kooperationspartner: 

     


Ein Projekt von:

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