dementia und art organisieren den Schwerpunkt Demenz beim Sommerblut-Kulturfestival 2012

Das Sommerblut-Kulturfestival 2012 in Köln (www.sommerblut.de) hatte den Schwerpunkt 'Kulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz'. dementia+art plante und organisierte das umfangreiche Rahmenprogramm mit mehr als 30 Veranstaltungen in allen Kunstsparten.

Im Kontext des Sommerblut Festivals 2012 sollte der Blick gelenkt werden auf die ‚Familienkrankheit‘ Demenz. Dabei wurde ein hoher Innovationscharakter für die Region angestrebt, was die Möglichkeiten kultureller Teilhabe von Menschen mit Demenz angeht. Der Focus lag auf den jeweils verbliebenen Ressourcen, nicht auf den Defiziten.

Unsere Strategie: Angesichts der knappen finanziellen Mittel und der kurzen Zeitschiene für die Vorbereitung und Planung (Oktober 2011- April 2012) ging dementia+art bei der Planung offensiv vor: Unsere Strategie war es, viele Aufgaben und Engagement nach außen zu delegieren, „nur“ die Rahmenbedingungen für Projekte festzulegen und darauf zu achten, dass diese „ein gemeinsames schönes Erleben“ für Menschen mit Demenz ermöglichten.

Besondere Herausforderungen lagen darin, innovative Inhalte anzubieten und neue Strukturen der Nachhaltigkeit zu schaffen; ferner: die Fragen der Logistik und der Barrierefreiheit; auch die Schwierigkeit, jene 75 % der Demenzkranken zu erreichen, die in ihren Familien betreut werden.

Strukturmerkmale für unsere Planungen waren:

Inhaltlich:
Kulturelle Teilhabe in den wichtigsten Kunstsparten (Musik, Theater und Tanz, Literatur, Museen/Kunst, Fotografie, Film…).
Zielgruppenorientiert: Betroffene (sowie Familien, Senioren) – Fachpublikum – eine am Thema interessierte Öffentlichkeit – jugendliches Publikum – intellektuelle Debatte.
Phasenorientiert: am Ende des Lebens (Kontext: Basale Stimulation) bzw. im Frühstadium der Erkrankung (Kontext: Hightech-Anwendungen).

Ferner planten wir Informationsveranstaltungen zum Krankheitsbild (Karl Rahner Akademie / Melanchthon; Einbeziehen eines kultursensiblen Hintergrunds: islamische und jüdische Wohnbereiche) sowie eine Darstellung der Lebenswelten von Demenzkranken über einen Fotowettbewerb (Kölner Stadtanzeiger) und die folgende Ausstellung „Mein Bild von Demenz“).

Zur Logistik gehörte für uns: Schulung von museumspädagogischen Fachkräften; von Ehrenamtlern für die kulturelle Begleitung von Demenzkranken. Schulung der Ehrenamtler von Ford Globe, die mit zwei Kleinbussen zu den Veranstaltungen auf Wunsch abholten und zurückbrachten.

Nachhaltigkeit: begleitend soll eine Broschüre/ein kleiner Führer entstehen: „Köln mit Demenz erleben“ - Möglichkeiten kultureller und sozialer Teilhabe für Menschen mit demenzieller Veränderung und ihre Angehörigen im Kölner Raum.

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