Rahmenvereinbarung zu Kultureller Teilhabe für Menschen mit Demenz mit den Cellitinnen

Zum ersten Mal wurde für einen Wohlfahrtsverband der Schwerpunkt Kulturelle Teilhabe in die Pflege- und Betreuungsplanung für Menschen mit Demenz und Hochaltrige aufgenommen.

Die Seniorenhaus GmbH der Cellitinnen zur hl. Maria und dementia+art haben zur Förderung der kulturellen Teilhabe für Menschen mit Demenz eine Kooperationsvereinbarung getroffen. In ihr werden die Voraussetzungen und Bedingungen kultureller Teilhabe für Menschen mit Demenz, wie dementia+art sie entwickelt hat, übernommen.

“Ziel ist es, einen Zugang für Menschen mit Demenz zu anspruchsvoller Kunst und qualitativ hochwertigen Kreativangeboten zu ermöglichen. Kulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz soll auch als Chance für die Bereiche Pflege/Betreuung gesehen werden.”
Deshalb gilt es Barrierefreiheit zu schaffen, um die Betroffenen und ihre Angehörigen an den schönen Dingen des Lebens teilhaben zu lassen. Gerade Kunst, Musik und Kultur öffnen dabei Welten. Dies gilt umso mehr auch für Menschen, die bisher keinen oder nur wenig Zugang zu Kulturangeboten hatten.

AN DEN SCHÖNEN DINGEN DES LEBENS TEILHABEN

Für die Vertragspartner ist es von großer Bedeutung, dass

  • die Betroffenen zusammen mit ihren Angehörigen und Begleitern möglichst eine stressfreie und schöne Zeit während der Veranstaltungen erleben
  • Biographie-basiert vom Krankheitsbild und den vorhandenen Ressourcen ausgegangen wird (d.h. nicht von einem bestehenden Kulturangebot)
  • eine qualifizierte Begleitung sowohl in den Bereichen Kultur als auch Demenz („Kulturbegleiter“) stattfindet
  • feste Strukturen eine nachhaltige Planung ermöglichen

4 MUSEUMSBESUCHE UND 3 KLASSISCHE KONZERTE

Die Kooperationspartner vereinbaren, dass zunächst Veranstaltungen in den Kernbereichen Musik und Bildende Kunst (Museumsbesuche) angeboten werden sollen: Innerhalb eines Jahres soll die Teilhabe an 4 Museumsbesuchen sowie an 3 klassischen Konzerten ermöglicht werden. Informationsveranstaltungen für die Leitungsebenen der Seniorenhäuser dienen dazu, das Konzept theoretisch und praktisch (im Museum) vorzustellen. Vereinbart wurden sodann Schulungen für die qualifizierte Begleitung kultureller Teilhabe. Diese Fortbildungen sind stark darauf ausgerichtet, eventuell vorhandene Hemmschwellen abzubauen gegenüber Orten der ‘Hochkultur’, wie sie Museen und Konzerthäuser immer noch darstellen.

HEMMSCHWELLEN ABBAUEN

dementia+art hat dabei durch die besondere Art einer lebensweltlich-orientierten, dialogisch angelegten Kommunikation gute Ergebnisse vorzuweisen. Eine Vermittlung, die sich als nicht zunächst kognitiv-basiert versteht, sondern auf lebendige sinnliche Anschauung abzielt, kann gerade auch Menschen, die nur wenige oder keine Erfahrungen im Bereich Hochkultur haben, ansprechen.

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