Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen eine Stimme geben

Diese Fortbildungsreihe verbindet zwei Welten, die im Alltag selten ohne Probleme zusammenfinden: Kultur (Museum/Kunst/Musik) und Pflege- bzw. psychosoziale Begleitung. Sie übersetzt Krankheits-Basics in eine teilhabeorientierte Praxis – damit Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen im Museum nicht „mitgedacht“, sondern als Beteiligte angesprochen werden.
Die beiden digitalen Tage (02.02. und 09.02.) geben Sicherheit in Grundlagen, Kommunikation und Barrieren. Die zweitägige Kölner Praxis (05.–06.05.) ist der Transfer-Teil: In Kleingruppen wird die Methode der strukturell Teilhabeorientierten Vermittlung im Museum eingeübt – mit Feedback und Praxisaufgabe.
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Museen müssen sich verändern, um auf gesellschaftliche Veränderungen eine Antwort zu finden. Der Wunsch nach sozialer und kultureller Teilhabe rückt dabei deutlich in den Vordergrund. Vermittlung soll Kinder und junge Menschen ebenso erreichen wie Erwachsene und ältere Menschen – Menschen mit kognitiven, psychischen und anderen Beeinträchtigungen ebenso wie Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Und natürlich auch jene, die wenig Erfahrung mit Kunst und „Hochkultur“ haben: die mit Abstand größte Gruppe.
Diese zweitägige Praxis-Fortbildung gibt Ihnen Sicherheit, Teilhabe im Museum nicht nur zu beabsichtigen, sondern strukturell zu ermöglichen.
Teilhabeorientierte Vermittlung – die Methode
Mit der „Teilhabeorientierten Vermittlung“ hat (de)mentia+art vor mehr als zehn Jahren eine Methode entwickelt, die über reine Bildungsvermittlung und bloß „dialogische“ Verfahren hinausgeht, weil sie soziale Teilhabe im Museum gezielt in den Blick nimmt. Ästhetische Objekte werden dabei weitgehend durch Beiträge der Besucher*innen erschlossen: durch ihre Ressourcen, Erfahrungen, Erinnerungen und Meinungen.
Diese Art der Vermittlung hat sich in Hunderten von Führungen in vielen Museen und Sammlungen bewährt.
Ein Paradigmenwechsel – und was dafür entscheidend ist
Damit die Methode gelingt, braucht es drei Dinge:
- sorgfältige Auswahl teilhabefähiger Objekte
- eine lebensweltliche, entlastende Kommunikation
- die konsequent eingenommene Rolle der/des Moderierenden (Raum halten, Beiträge sichern, Überforderung früh erkennen)
Diese Praxis ersetzt keine Spezialkenntnisse zu Demenz oder psychischen Erkrankungen – sie baut darauf auf (Basic-Schulungen am 02.02. und 09.02.2026).
Ablauf & Inhalte
1. Teil – Theoretische Grundlagen (Vormittag 05.05.2026)
- Bildungsauftrag und soziale Erfahrung
- Hemmnisse/Barrieren
- Kriterien zur Objektauswahl
- Selbstverständnis der Moderation
- lebensweltliche Kommunikation
- Bedeutung von Emotionen
2. Teil – Praktische Übungen in den Sammlungen (Nachmittag 05.05. + 06.05.2026)
- Setting im Raum
- eigene Objektauswahl und thematische Aufbereitung (Kleingruppen)
- Vorstellung der Ergebnisse, wechselnde Gruppen, unterschiedliche Sammlungsbereiche
- Zusammenschau der Erfahrungen; Ausblick auf die eigene Praxis
Praxisaufgabe: Umsetzung der Teilhabeorientierten Vermittlung für die eigene Sammlung / das eigene Haus
Im Anschluss: digitales Handout + Teilnahmebescheinigung
Vorgesehen: digitaler Erfahrungsaustausch nach ca. 6 – 9 Monaten
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Organisatorisches
Termin: 05.–06.05.2026, 10–18 Uhr
Ort: Köln • Praxis im Museum Ludwig
Zielgruppe: Museumsmitarbeiter*innen (diverse Gruppen / Inklusion); Fachkräfte & Studierende in kognitiver und psychosozialer Begleitung
Referent: Jochen Schmauck-Langer (Geschäftsführer von (de)mentia+art), Kulturgeragoge, Dozent, Kunstbegleiter in verschiedenen Kölner Museen; Entwicklung analoger und interaktiver digitaler Gruppenformate; Einbindung von KI
Kosten: 295 €
Teilnehmende: max. 16 (mind. 10) • Anmeldeschluss: 29.04.2026
Infos/Anmeldung: schmauck.langer(at)live.de • 0157 88345881
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