Qualifizierung „Guide Kulturbegleitung Inklusion – Arbeitsbereich Kultur“

Soziale und kulturelle Teilhabe

In den letzten Jahren wurden neue Schulungsformate von (de)mentia+art entwickelt und haben sich mittlerweile vielfach bewährt. Sie alle kreisen um sozial-kulturelle Teilhabe, wo sie bisher nicht selbstverständlich war.

Nun haben wir unsere Schulungen zusammengefasst. Damit entsteht erstmals die Möglichkeit, sich zu einer/einem Guide Kulturbegleitung Inklusion mit den Schwerpunkten kognitive und psychische Erkrankungen zu qualifizieren:

  • für den Arbeitsbereich Kultur
  • für den Arbeitsbereich Pflege und Betreuung

Die Schulungen richten sich zumeist an die beiden Bereiche, die bei sozial-kulturellen Inklusionsangeboten zusammenwirken müssen: Kultur/Museen/Musik einerseits und Pflege/Betreuung/Schule/Sozialarbeit andererseits. Besondere Bedarfe können unmittelbar ausgetauscht werden und Netzwerke entstehen.

(de)mentia+art vermittelt theoretische Basics eng verbunden mit dem Erfahrungswissen praktischer Umsetzung – vor allem, wenn es darum geht, empathisch und respektvoll Kulturangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen anzubieten. Praxisorte sind in der Regel große Museen oder Konzerthäuser. Einbezogen sind bei unseren Formaten alle Altersbereiche, von Schulkindern ab 12 Jahren bis zu hochbetagten Senior*innen.

  • Die Qualifizierung umfasst je Bereich 4 Schulungen/Module. Diese können innerhalb von zwei bis drei Jahren absolviert werden. Für die abschließende Reflektion haben Sie dann 2 Monate Zeit.
  • Die einzelnen Module sind auf 2 bis 3 Tage ausgelegt, je Tag in der Regel 8 Einheiten á 45 Minuten. Zumindest ein Praxistag ist stets dabei. Bei Online-Schulungen sind 3 einzelne Termine möglich, z.B. im Wochenrhythmus.
  • Am Ende jeder Schulung geben wir eine Projektaufgabe, damit die neuen Möglichkeiten tatsächlich in der Institution umgesetzt werden. Nach etwa 6 – 12 Monaten findet dazu ein Erfahrungsaustausch in der Schulungsgruppe statt.
  • Die Fortbildungen von (de)mentia+art sind vor Ort und auch als Online-Schulungen verfügbar. Auch hybride Veranstaltungen (z.B. für den Praxistag) sind möglich.
  • Die Fortbildungen können einzeln gebucht werden. Sowohl von Einzelpersonen (mind. 8) als auch von Museen oder Pflegeeinrichtungen, z.B. einer Stadt oder Region.
  • Module, die Sie schon zuvor bei (de)mentia+art absolviert haben, werden Ihnen angerechnet.

KONTAKT 
Jochen Schmauck-Langer 
 +49 (0)157 – 88 34 58 81   ll  
schmauck.langer@live.de



FÜR MUSEEN, KUNST UND KULTUR 

Module

  • Teilhabeorientierte Vermittlung und Kommunikation (2 Tage)
  • Kulturelle Angebote für Menschen mit Demenz (3 Tage)
  • Kulturelle Angebote für Menschen psychischen Beeinträchtigungen (3 Tage)
  • Interaktive digitale Museumsführungen ermöglichen für Menschen mit
    Beeinträchtigungen
      (2 halbe Tage + 3 x 2 Stunden für: technisches Setting + 2 Probeführungen)

Abschluss: Schriftliche Reflektion über kulturelle Teilhabe und Gespräch



KONZERTE UND CHORMUSIK

  • Konzerte für Menschen mit Demenz – Ja gerne! Aber wie? (3 Tage)




   
[Foto: Museum Wallraf, Köln, Führung Demenz  //  Joanneum/Graz Museum, Steiermark, Erfahrungsaustausch Führung Demenz]

Methodische Einübung in die Vermittlung und Kommunikation als Voraussetzung für die Kulturbegleitung von Menschen mit kognitiven (Demenz) oder psychischen Beeinträchtigungen – analog oder digital. Bedeutung der Existenzkategorien für die Bild- oder Objektauswahl.
___________

Teilhabeorientierte Vermittlung hat sich für Menschen jeden Alters als geeignet erwiesen, um sie im Museum, Ausstellungs- oder Konzerthaus ‚ankommen‘ zu lassen. Dies gilt auch für Outreach Projekte und für interaktive digitale Museumsführungen. Jugendliche, Erwachsene und hochaltrige Menschen bringen ihre eigenen Ressourcen, Erfahrungen, Meinungen und Gefühle mit. Wir wertschätzen das und ermöglichen in oftmals diversen und intergenerationellen Gruppen besondere sozial-kulturelle Erfahrungen. Um diese Ressourcen für das Entdecken ästhetischer Objekte zu nutzen, setzt (de)mentia+art partizipative und dialogische Kommunikationsformen als durchgängig strukturelles Mittel ein. Dabei gibt es kein Falsch, jedoch viel an wertschätzender Orientierung. Gerade Museen erweisen sich dadurch als Orte sozialer Austauschprozesse, bei denen auch kontroverse gesellschaftliche Themen ebenso wie Aspekte persönlicher existenzieller Krisen gemeinsam im ästhetischen Raum entdeckt, neu betrachtet und verhandelt werden können.



[Foto: Museum der Moderne Klagenfurt, Kärnten, Schulung Kulturbegleitung Demenz]

Kulturelle und soziale Teilhabe. Kultur und ihre Barrieren. Basics Krankheitsbild, Phasen und Gedächtnis. Bedeutung von Emotionen bei der Bild-/Objektauswahl. Teilhabeorientierte Kommunikation. Logistik und Setting bei der Kulturbegleitung. Einübung in die Vermittlung und Kommunikation.
___________

Als Museum wollen Sie Kunst und Kultur für alle Menschen anbieten: auch für Menschen mit kognitiven (Demenz) Beeinträchtigungen. Aber wie? Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein, um einen barrierefreien Zugang für Menschen mit Demenz zu verschiedenen kulturellen Angeboten zu schaffen? Die Fortbildung „Kulturelle Angebote für Menschen mit Demenz“ zeigt, wie solche Angebote vorbereitet werden können. Sie gibt die notwendige Sicherheit, indem sie die Basics zum Krankheitsbild Demenz vermittelt. Sie geht auf mögliche Hemmnisse und Barrieren ein und zeigt wie diese erfolgreich überwunden werden können. Im Zentrum der Schulung steht die Erarbeitung einer ‚Teilhabeorientierten Vermittlung und Kommunikation‘ – nicht zuletzt im umfangreichen Praxisteil, der in einem örtlichen oder regionalen Museum stattfindet.

Beispiel für eine solche Fortbildung: Hier



[Foto: Museum Ludwig Köln, Führung Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen]

Basics zu häufigen psychischen Erkrankungen. Symptome, Verhalten, Wahrnehmungen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Teilhabeorientierte Kommunikation bei der Kulturbegleitung. Bedeutung von Existenzkategorien für die Bild- oder Objektauswahl. Einübung in die Vermittlung und Kommunikation
_________

Das Projekt ‚Kunst für die Seele‘ erlaubt es uns seit vielen Jahren, gemeinsam mit den Kooperationspartnern von Eckhard Busch Stiftung und Museumsdienst Köln, Jugendlichen (ab 10 Jahren) sowie Erwachsenen und Senior*innen mit psychischen Erkrankungen besondere ästhetische und soziale Erfahrungen in Museen anzubieten. Gerade Museen erweisen sich dadurch als Orte sozialer Austauschprozesse, bei denen auch kontroverse gesellschaftliche Entwicklungen ebenso wie Aspekte persönlicher existenzieller Krisen gemeinsam neu betrachtet werden können.
Auf der Basis dieser Erfahrungen haben wir (zusammen mit Kooperationspartnern aus Schule und psychischer Betreuung) eine Fortbildung entwickelt, um solche Angebote auch in Museen anderen Regionen zu ermöglichen. Sie stellt die häufigsten Krankheitsbilder vor und verbindet – nicht zuletzt im praktischen Übungsteil – wesentliche Symptomatiken mit Möglichkeiten einer sinnvollen Objektauswahl im Museum. Empfohlen wird hier als Grundlage das Modul Teilhabeorientierte Kommunikation und Vermittlung“.

Beispiel für eine solche Fortbildung: H i e r



[Fotos: Interaktive digitale Führung für Einzelpersonen / für eine Gruppe in einem Seniorenhaus]

Technische Voraussetzungen für Gruppen in Pflege- oder Betreuungseinrichtungen. Individuelles Setting zu visuellen und akustischen Verhältnissen. Raumoptimierung. Teilhabeorientierte Kommunikation bei der digitalen Kulturbegleitung. Bedeutung von visueller Orientierung für die Bild- oder Objektauswahl.
_______

Menschen mit Demenz oder mit psychischen Beeinträchtigungen leben überall im deutschsprachigen Bereich. Für viele sind Museen nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Dies gilt sodann auch für viele Seniorenhäuser, Betreuungseinrichtungen oder auch Schulen für Schüler*innen mit psychischen Erkrankungen. In Reaktion auf die Erfahrungen mit Pandemie, Isolation und Vereinsamung hat (de)mentia+art ein digitales, ortsunabhängiges Vermittlungsformat entwickelt, das eine interaktive Teilhabe für Menschen mit Demenz oder mit psychischen Beeinträchtigungen auch in Kleingruppen ermöglicht. In der Fortbildung werden technische Voraussetzungen und die Besonderheiten des Ablaufs einer digitalen Museumsführung sowie eine teilhabeorientierte Kommunikation vermittelt. Nach dem ersten Teil der Schulung bieten wir individuelle Termine für die Einrichtungen an, um das technische Setting (Wohnbereich einer Pflegeeinrichtung; Aufenthaltsraum in einer psychischen Betreuung; Klassenraum in einer Schule für psychisch erkrankte Schüler*innen) sicherzustellen und zu optimieren. Nach den beiden Schulungsteilen implementieren 2 interaktive digitale Probeführungen die neue Möglichkeit kultureller Teilhabe in der jeweiligen Einrichtung/Institution. 

Beispiel für eine solche Fortbildung: H i e r 



Die Qualifizierung zur/zum „Guide“ wird abgeschlossen durch eine schriftliche Zusammenschau der Erfahrungen mit kultureller Teilhabe in den verschiedenen Formaten. Ein abschließendes Einzelgespräch kreist um Haltung und Selbstverständnis sowie um die Aufgaben, denen sich die oder der Guide in Zukunft widmen möchte. Module, die Sie schon zuvor bei (de)mentia+art absolviert haben, werden Ihnen angerechnet.



[Fotos: Kammerkonzerte Menschen mit Demenz: Kl. Sendesaal WDR, Köln // Vorstellung des jeweiligen Ensembles]

Zielgruppe und Krankheitsbild, Organisation im Konzertsaal, die richtige Ansprache und mögliche Formate: Die praxis-orientierte Fortbildung von dementia+art zeigt, welche inneren und äußeren Barrieren dabei berücksichtigt werden müssen.
________

Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Konzerthäuser, Musikschulen, Chöre…, die Angebote für Menschen mit Demenz machen wollen. Zugleich wollen auch immer mehr Betroffene zusammen mit ihren Angehörigen sowie Pflegeeinrichtungen diese Angebote nutzen. Was ist dabei zu beachten, damit die beiden oft sehr unterschiedlichen Bereiche zusammenkommen? – Zielgruppe und Krankheitsbild, Organisation im Konzertsaal, die richtige Ansprache und mögliche Formate: Die praxis-orientierte Fortbildung von dementia+art zeigt, welche inneren und äußeren Barrieren dabei berücksichtigt werden müssen.

Beispiel für eine solche Fortbildung: H i e r

Guide Schulungen Kultur und Inklusion_220523-Kultur.pdf[ ]831 kB

Weitere Artikel lesen