'Kunst für die Seele – Museum erleben (2) für Kinder und Jugendliche der JCW-Schule

'Museum erleben - Kunst für die Seele' – ist ein neues Kooperationsprojekt, das Menschen mit psychischen Erkrankungen und Einschränkungen einlädt, unter Anleitung Kunst in Kölner Museen gemeinsam zu erleben und sich darüber auszutauschen. Im Vordergrund stehen dabei die Bilder und Objekte, aber es sollen auch neue Zugänge ermöglicht, Lebenserfahrungen und Erinnerungen angestoßen, Ressourcen geweckt und das sinnliche Erleben gestärkt werden. Das Projekt ist eine Kooperation der Eckhard Busch Stiftung mit dementia+art, der JCW Schule, der Köln Ring gGmbH und dem Museumsdienst der Stadt Köln.

Im ersten Teil hat Tina Emsermann über die Erfahrungen mit psychisch erkrankten Erwachsenen, die vom Köln Ring betreut werden, berichtet: H i e r

Jetzt im zweiten Teil der einfühlsame Erfahrungsbericht von Ellen Westphal, die das Projekt für Kinder und Jugendliche von Seiten der Johann Christoph Winters-Schule vorbereitet hat und begleitet:



"Oft sind viele unserer Schüler nicht ganz so sehr begeistert, wenn sie erfahren, dass ein Ausflug in ein Kunstmuseum geplant ist – selbst dann, wenn wir Pädagogen noch so enthusiastisch davon erzählen...

Zum einen hat insbesondere das Kunstmuseum bei jungen Menschen den Ruf, eher langweilig zu sein - wer schaut sich schon gerne Bilder an, die man nicht kennt und sich vermutlich auch nicht ins eigene Zimmer hängen würde.

Schüler und Museen...

Zum anderen fällt vielen jedoch der Schritt in die Öffentlichkeit noch schwer. Sich in einer kleinen Schulklasse außerhalb des „Schonraums“ der Johann-Christoph-Winters Schule zu bewegen, ist für viele während des Klinikaufenthaltes neu und ungewohnt.

Das Projekt „Kunst für die Seele – Museum erleben“ initiiert von der Eckhard Busch Stiftung unter der Leitung von Jochen Schmauck-Langer von dementia+art hat viele unserer Schülerinnen und Schüler bereits dreimal vom Gegenteil überzeugt.

Wer sind unsere Schülerinnen und Schüler?

Unsere Schülerinnen und Schüler besuchen während ihres tagesklinischen oder stationären Aufenthaltes in einer der linksrheinischen Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie die Johann-Christoph-Winters-Schule, Schule für Kranke in Köln.

Unser vorrangiges Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler so weit zu unterstützen und zu fördern, dass sie möglichst bald wieder an ihre Stammschule zurückkehren können. Oftmals stehen dabei nicht inhaltliche Unterrichtsbelange im Vordergrund, es geht vielmehr darum, die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg der Gesundung zu begleiten.

Seit Herbst 2015 waren nun schon dreimal Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Jochen Schmauck-Langer im Museum Ludwig oder im Museum Wallraf. Die Schülergruppe variierte jedes Mal, da die Verweildauer unserer Schüler mit der Verweildauer in den Kliniken einhergeht. Anfangs noch zurückhaltend, spürten die Kinder und Jugendlichen sehr schnell, dass der Besuch eines Museums Freude bereiten kann und dass sich solch ein Ausflug lohnt.

Es machte den Schülern Spaß über die Portraits eines niederländischen Paares aus dem 17. Jahrhundert zu spekulieren:

Welchen Gesichtsausdruck hat die Frau?
Was trägt sie für ein Kleid?
Was denkt ihr über den Kragen?
War sie arm oder reich?

Eindrücke der Kinder und Jugendlichen - kontra reine Wissensvermittlung

Auch bei dem Bild aus dem 17. Jahrhundert „Zwei Kinder mit einem Lamm“ von Jacob Gerritsz. Cuyp 'phantasierten' die Schülerinnen und Schüler, wieso gerade diese Kinder auf einer Wiese das Lamm streicheln und was sie wohl sonst während des Tages so machen.

Dabei stand immer das Spekulieren und die Eindrücke der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund und nicht die reine Wissensvermittlung.

Was macht es also aus, dass die Schülerinnen und Schüler uns Lehrern empfehlen, weitere Museumsbesuche zu planen?

Jochen Schmauck-Langer tritt mit unseren Kindern und Jugendlichen in einen Kontakt auf Augenhöhe. Er spricht über einzelne Kunstwerke, provoziert Fragen und Äußerungen der Schülerinnen und Schüler, ohne dass es dabei um ein „Richtig“ oder „Falsch“ ginge. Sein Umgang ist durch Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz geprägt und genau das ist es, was unsere Schüler benötigen, um sich zu öffnen, um Freude an Kunst und ... ich muss es sagen... an Schule zu haben.

Empathie, Wertschätzung und Akzeptenz

Das Projekt „Kunst für die Seele – Museum erleben“ bietet somit unseren Schülern die Möglichkeit die Kölner Kunstmuseen auf eine andere, besondere Art kennenzulernen. Wir danken der Eckhard Busch Stiftung für die Initiierung und Finanzierung dieses wunderbaren Projektes und Herrn Schmauck-Langer von dementia+art für die gute Zusammenarbeit, die tolle Umsetzung und die Auseinandersetzung mit uns, unseren Kindern und Jugendlichen."


Infos zu diesem Führungsformat: Jochen Schmauck-Langer
0157 - 88 34 58 81 :: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


   

 

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