29.08.-31.08. Kultur und Demenz in Mainz

Fortbildung in Kooperation mit dementia+art: „Kulturbegleitung für Menschen mit Demenz, Schwerpunkt Museum“

Die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen bereichert das Leben auf vielfältigste Weise. Das gilt auch für Menschen mit Demenz. Der Besuch in einem Stadtmuseum oder Kunstmuseum kann alte Erinnerungen wecken, die Begegnung mit Bildern und Skulpturen ein Erlebnis für alle Sinne sein - eine schöne Zeit.

Teilhabe am öffentlichen und damit auch am kulturellen Leben einer Gesellschaft ist ein Menschenrecht. Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein, um einen freien Zugang für Menschen mit Demenz zu verschiedenen kulturellen Angeboten einer Kommune zu schaffen?

Die Fortbildung „Kulturbegleitung für Menschen mit Demenz, Schwerpunkt Museum“ zeigt, wie solche Angebote vorbereitet werden können. Sie geht auf mögliche Hemmnisse und Barrieren ein und zeigt Interessierten aus den Bereichen der Museumspädagogik und der professionellen Pflege wie diese erfolgreich überwunden werden können.

Im Zentrum steht die Erarbeitung einer 'Teilhabe-orientierten Vermittlung und Kommunikation' - nicht zuletzt im umfangreichen Praxisteil, der in den Sammlungen des Landesmuseums Mainz stattfindet.

Zertifikat: Die Teilnehmenden erhalten das Zertifikat „Kulturbegleiter/in für Menschen mit Demenz, Schwerpunkt Museum“.

Ein Reflexionstag nach drei Monaten bietet die Möglichkeit des weiteren Erfahrungsaustausches . 

Termin

29. August – 31. August 2017, jeweils von 10:00 – 12:30 und 14:00 – 18:00 Uhr
Reflexionstag: Termin wird mit den Teilnehmenden vereinbart.

Teilnahmebetrag: 200,00 Euro

Tagungsort

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz

Referent

Jochen Schmauck-Langer ist Gründer und Geschäftsführer von dementia+art. Er ist Autor, Kulturgeragoge und Kunstbegleiter für Menschen mit und ohne Demenz. Er hat die Qualifikation zur Alltagsbegleitung (nach § 87 b SGB), ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft 'Kulturelle Teilhabe' der NRW-Demenz-Servicezentren sowie in den Bundesverbänden Museumspädagogik und Kunst- und Kulturgeragogik.

Anmeldung  H i e r

Infos: Landeszentrale für Gesundheitsförderung, Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz
Johannes Trapp, Telefon: 06131 2069-19 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Carl-Wilhelm Reibel, Telefon: 06131 2069-43  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zum Flyer:  H i e r

25.-26.09.2017 Köln - Fortbildung: Konzerte gestalten für Menschen mit Demenz

 

Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Konzerthäuser, Musikschulen, Chöre..., die Angebote für Menschen mit Demenz machen wollen. Zugleich wollen auch immer mehr Betroffene zusammen mit ihren Angehörigen sowie Pflegeeinrichtungen diese Angebote nutzen. Was ist dabei zu beachten?
Die praxis-orientierte Fortbildung von dementia+art in Kooperation mit dem WDR Sinfonieorchester zeigt, welche inneren und äußeren Barrieren  berücksichtigt werden müssen. Zur praktischen Anschauung während der Fortbildung ist die Teilhabe an einem Kammerkonzert für Menschen mit Demenz vorgesehen.

Attachments:
Download this file (Fortbildung Musik_2017.pdf)Fortbildung Musik_2017.pdf[ ]570 Kb

Weiterlesen: 25.-26.09.2017 Köln - Fortbildung: Konzerte gestalten für Menschen mit Demenz

Eine schöne Zeit erleben - Konzert zum Weltalzheimertag - 26.09.2017, 15 Uhr

Der WDR und das WDR Sinfonieorchester bieten zusammen mit dementia+art auch in diesem Jahr wieder barrierefreie und kostenlose Kammerkonzerte für Menschen mit Demenz an. Das nächste findet im Kontext des Weltalzheimertages statt.
Musik gilt als Königsweg zur inneren Welt der Gefühle. Freuen Sie sich am 26. September um 15 Uhr auf ein ganz besonderes Kammerkonzert mit einem Violinen-Ensemble sowie dem gemeinsamen Singen und Musizieren zum Schluss!

Weiterlesen: Eine schöne Zeit erleben - Konzert zum Weltalzheimertag - 26.09.2017, 15 Uhr

AUSGEBUCHT! Fortbildung Köln: 5.-6.9. Kulturbegleiter werden für Menschen mit Demenz

AUSGEBUCHT!Tipp: Vielleicht ist die vergleichbare Fortbildung in Mainz auch für Sie interessant.

Das Bedürfnis nach kultureller Teilhabe geht mit der Diagnose Demenz nicht automatisch verloren. Im Gegenteil: Museums- oder Theaterbesuche, Kino, Konzerte, Ausstellungen,... Ein von Kultur und Kunst geprägtes Umfeld, kann Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein.
Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Angebote von Museen und Konzerthäusern für Menschen mit Demenz. Zugleich wollen auch immer mehr Pflege- und Betreuungseinrichtungen diese Angebote nutzen.

Weiterlesen: AUSGEBUCHT! Fortbildung Köln: 5.-6.9. Kulturbegleiter werden für Menschen mit Demenz

18.10. Happy Hour mit Wagner und Beethoven Kölner Philharmonie

Kurz vor dem Abflug zur Japan-Tournee öffnet das WDR Sinfonieorchester noch einmal sein musikalisches Reisegepäck. Wagners zart koloriertem »Siegfried-Idyll« – eine Geburtstagsgabe für die Gattin Cosima – steht Beethovens titanische »Fünfte« gegenüber.

Richard Wagner: Siegfried-Idyll

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-moll op. 67

Mitwirkende:
WDR Sinfonieorchester
Yutako Sado, Leitung
Matthias Bongard, Moderation

Weitere Infos: H i e r


Besonders willkommen sind Menschen in einer frühen Phase ihrer Demenz, die in der Familie leben. Genießen Sie zusammen mit Ihren

Weiterlesen: 18.10. Happy Hour mit Wagner und Beethoven Kölner Philharmonie

Kunst für die Seele

Das Projekt »Kunst für die Seele – Museum erleben« eröffnet Menschen in psychischen Krisen einen neuen Zugang zu den eigenen Wahrnehmungen und zur Welt. Der anschauliche Artikel von Ellen Westphal und Tina Emsermann ist aktuell in der 'Psychosoziale Umschau' (2017/3) erschienen.


Weiterlesen: Kunst für die Seele

Die Liebe am Nachmittag

dementia+art beschäftigt sich mt Kultur und Demenz. Beide Bereiche sind eng mit eigenen Erfahrungen und Ressourcen verbunden. Im Bereich Kultur war dies unter anderem auch meine jahrelange Tätigkeit als literarischer Autor, die nun durch die Wiederaufnahme eines Titels bei Kiepenheuer&Witsch als eBook und als Taschenbuch aktualisiert wurde.
Eine der 25 Liebesgeschichten trägt den Titel 'Großmutter'. Ich habe sie vor etlichen Jahren geschrieben, als das Wort Demenz und seine Bedeutung in der breiteren Öffentlichkeit noch kaum bekannt waren. Es ist eine Geschichte über das Erinnern und Vergessen und wirft einen ganz eigenen - literarischen - Blick auf die Krankheit. (J.Schmauck-Langer)


 

Weiterlesen: Die Liebe am Nachmittag

Bericht: Bedürfnis nach Liebe - und nach Kultur

In der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln vom 26.05.2017 ist ein Bericht über Gabriele Sauer erschienen. Sie ist Kulturbegleiterin für Menschen mit Demenz in einem Kölner Seniorenheim. In dem Artikel beschreibt die Autorin Almud Schricke sehr anschaulich verschiedene Museums- und Konzertbesuche im Kölner Raum, verschweigt dabei nicht die logistischen Schwierigkeiten, macht aber auch deutlich, dass diese 'KulTöurchen' eine Bereicherung für alle Beteiligten ist.



Kulturbegleiterin veranstaltet Museums- und Konzertbesuche mit Demenzkranken

Sie ist „die Frau Sauer mit den KulTöurchen". Um eine Verwechslung mit einer Mitarbeiterin namens Sauer auszuschließen, wird Gabriele Sauer von den Bewohnern eines Seniorenheims in Köln-Braunsfeld liebevoll nach dem benannt, was sie dort regelmäßig anbietet: Ausflüge zu kulturellen Veranstaltungen, kurz „Kul-Töurchen" genannt.

Gabriele Sauer ist ehrenamtliche Kulturbegleiterin für Menschen mit Demenz. „Die Bewohner haben trotz Hochaltrigkeit und Demenzerkrankung ein großes Interesse an Kultur", sagt sie. „Sie schwärmen von ihren früheren Opern- und Museumsbesuchen." Und wer in jungen Jahren gerne Ausstellungen und Konzerte besucht habe, möchte dies häufig auch im Alter tun.

Um dies zu ermöglichen, organisiert Sauer, die selbst kunstaffin ist, Besuche von Philharmonie-, WDR- und Kirchen-Konzerten sowie Führungen zum Beispiel in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, im Museum für Ostasiatische Kunst oder in der Ausstellung „Eva's Beauty Case" im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Mit einer Gruppe von acht bis zehn Senioren und einigen Begleitpersonen macht sie sich dann auf den Weg.

„Das ist ein Tagesprogramm", erklärt Sauer. Für die Pflegekräfte bedeute es eine große Anstrengung, die Teilnehmer — die meisten weit über 80 Jahre alt — auf die Fahrt vorzubereiten. Aber die Senioren blühten jedes Mal richtig auf. (...)

>>> Den ganzen Artikel können Sie in der Kirchenzeitung des Erzbistums Köln vom 26.05. 2017/21 nachlesen oder auch hier als Pdf herunterladen.

Historisch gut. Menschen mit Demenz im Stadtmuseum.

Ein Bericht von Sarah Verborg, Soziale Betreuung Haus 5, Städtisches Seniorenzentrum Köln-Riehl.

Einmal wöchentlich findet bei uns im Haus 5 des Städtischen Seniorenzentrums Köln-Riehl der "Kölsche Klaaf" statt. In angenehmer Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen steht Köln mit seinen Wahrzeichen, Sagen und Legenden im Mittelpunkt eines geselligen  Nachmittags. Hierbei dürfen natürlich auch Kölsche Lieder nicht fehlen. Vor allem für unsere Bewohner sind die Erinnerungen an alte heimische Geschichten besonders wichtig, da diese im Langzeitgedächtnis abgespeichert und  auch bei einer  Demenzerkrankung noch weitestgehend präsent sind.

Kölsche  Klaaf

Als wir durch die Zeitschrift „KölnerLeben“ auf die Angebote von dementia+art aufmerksam wurden, stand für uns deshalb schnell fest: Wir besuchen das Stadtmuseum! Die Vorfreude war sehr groß, selbst einige unserer Ur-Kölschen Bewohner sagten, dass sie noch nie im Stadtmuseum waren, auch wenn ihnen das Gebäude wohl bekannt ist: „...das ist doch das Museum mit dem Auto auf dem Dach!“

An einem Dienstagnachmittag fuhren wir also mit vier Bewohnern ins Kölnische Stadtmuseum. Nach einigen spontanen Änderungen hinsichtlich der Teilnehmer, ging es um kurz vor Halb Drei los. Angekommen, ausgestiegen, Rollstuhlfahrer  ausgeladen, das  Auto geparkt, und schon  wurden  wir  im  Eingangsbereich des  Stadtmuseums von Herrn Schmauck-Langer in Empfang genommen.

Bereits der Beginn wurde dabei durch Herrn Kirchmann mit kölschen Melodien versüßt. Anschließend ging es auch schon in Richtung Hänneschen-Theater, natürlich im Kleinformat und hinter einer Glasscheibe. Nachdem wir alle Bewohner aus Knollendorf kurz betrachtet hatten wurde das Augenmerk auf Tünnes & Schäl gelegt. Unsere Bewohner kennen die Figuren mit ihren Geschichten und so konnte jeder etwas dazu sagen.

Weiter ging es zu der Dame, der laut einer Sage, aufgrund ihrer Neugierde  zuzuschreiben ist, dass die Kölner ihre Arbeit wieder selber verrichten müssen: Die Schneidersfrau, die die Heinzelmännchen für immer aus Köln vertrieb. Zur Veranschaulichung brachte Herr Schmauck-Langer getrocknete Erbsen mit.

Mit dem Aufzug ging es dann in die zweite Etage wo wir uns auf dem Alter Markt im Jahre 1660 wiederfanden. Auch wenn es eine Schwarz-Weiß Darstellung war, wurde gesungen:  „...Die  Hüsjer  bunt om Aldermaat, sin Zeuge kölscher Eigenaat. Et süht grad us em Dunkele als wören se am Schunkele...."

Der Alter  Markt war Verkaufsplatz für verschiedene Lebensmittel und Handelswaren. Erinnerungen an Kappes in seinen verschiedensten Zubereitungsmöglichkeiten, wie beispielsweise als Kohlroulade oder eingelegtes Sauerkraut, wurden  geweckt.

Kutt erop, kutt erop

Weiterhin zeigte uns Herr Schmauck-Langer historische Keramiktöpfe zur Aufbewahrung von Hering und zum  Vergleich die moderne Variante, Heringsfilet aus der Blechdose.
Nachdem wir einen kurzen Halt an einer Miniaturnachbildung des Kölner Doms eingelegt hatten, führte unser Weg, mit musikalischer Begleitung ("Kutt erop! Kutt erop! Kutt erop! Bei Palms do es de Pief verstopp. Et hät die ärm Frau Palm die ganze Stuff voll Qualm. Kutt erop! Kutt erop! Kutt erop! Bei Palms do es de Pief verstopp. Et hät die ärm Frau Palm die  ganze Stuff voll Qualm!") zu einer Arbeiterküche um 1900.

Unsere Bewohner erinnern sich noch gut an die Erzählungen ihrer Eltern oder auch eigene Erfahrungen, wie etwa dass die Küche - als oft eines von nur zwei Zimmern - der Lebensmittelpunkt der Familie war. Dort wurde gewaschen, gekocht, gebadet und gegessen, häufig schliefen dort zudem auch Familienmitglieder.

Schokolade 

Am Ende der Führung betrachteten wir einen alten Schokoladenautomaten der Firma Stollwerk, der zu unserem Missfallen leider nicht gefüllt war. Herr  Schmauck-Langer hatte zum Glück vorgesorgt und so kamen wir doch noch in den Genuss von Schokolade.

Wir alle waren überrascht und auch ein bisschen traurig, dass unser Besuch im  Stadtmuseum schon vorbei sein soll - die Zeit war wie im Flug vergangen. Langsam gingen wir in den Eingangsbereich zurück und nahmen dabei noch einige flüchtige Eindrücke mehr aus der Kölner Stadtgeschichte mit. Es waren viele  Erinnerungen bei unseren Bewohnern geweckt worden, es wurde gesungen und gelacht. Nach einer kleinen Stärkung  ging es wieder ans Einsteigen und Einladen, denn nach zwei schönen Stunden mussten wir uns auf den Heimweg begeben.

Wieder in Riehl angekommen, sahen wir in zufriedene Gesichter und hörten auch in den nächsten Tagen von  dem einen oder anderen Bewohner noch, wie gut es ihm gefallen hatte. Auch wenn das Erlebnis nicht bei allen Bewohnern präsent bleiben wird, so hatten wir doch einen wundervollen Nachmittag und konnten gemeinsam ein bisschen in Kölns  Geschichte eintauchen.

Durch einfache  Sprache, der Möglichkeit, Dinge mit verschiedenen Sinnen zu erleben, und dem  Eingehen auf die Erfahrungen unserer Bewohner wurde schnell ein Zugang geschaffen, der es den Bewohnern ermöglichte, der Führung zu folgen. Der Besuch im Stadtmuseum war eine rundum gelungene Ergänzung unseres wöchentlichen Angebots "Kölscher Klaaf".

 

Additional information